Slobodan Snajder

Die Reparatur der Welt

Roman
Cover: Die Reparatur der Welt
Zsolnay Verlag, Wien 2019
ISBN 9783552059245
Gebunden, 544 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Die Gesandten Maria Theresias reisen in die Hungergebiete des Schwabenlandes und locken Urvater Kempf nach "Transsilvanien". Mehr als 150 Jahre später kommen erneut Gesandte, die die sogenannten Volksdeutschen heim ins Reich holen und für die Waffen-SS rekrutieren sollen. Der Dichter Georg Kempf wird an die Ostfront geschickt, desertiert und kehrt nach Kriegsende nach Jugoslawien zurück, weil ihm die Russen schriftlich attestieren, "für die richtige Sache" gekämpft zu haben. Georg freundet sich mit der Partisanin Vera an, sie heiraten. Doch die Geschichte macht es ihnen schwer, einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.04.2019

Rezensent Norbert Mappes-Niediek liest Slobodan Snajders Familiengeschichte aus der Welt der Donauschwaben mit Interesse. Angereichert mit historischen Erläuterungen ist der Text für ihn so etwas wie eine Einführung in eine fremde, multinationale Welt. Snajders Annäherung an den eigenen Vater und seine deutsche Herkunft ist für den Rezensenten nicht so sehr eine Diskussion um Schuld als vielmehr eine Parabel auf den jugoslawischen Bürgerkrieg. Kluge Dialoge reizen Mappes-Niediek zum Nachdenken, beklemmende Szenen im Text verfolgen ihn noch lange. Der lapidare Stil scheint ihm gewöhnungsbedürftig, doch schließlich, meint er, eröffnet sich dem Leser die lehrreiche Erzählwelt eines genau recherchierten Romans über den Zweiten Weltkrieg aus multinationaler Perspektive.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.04.2019

Für Rezensent Martin Sander gelingt Slobodan Snajder mit seinem Text über deutsche Kolonisten im habsburgischen Kroatien die Darstellung eines europäischen Schicksals im 20. Jahrhundert. Wie der Autor anhand von Briefen und des zwischen Krakau und Treblinka verlaufenden Lebensweges seines Vaters die eigene kroatisch-deutsche Familiengeschichte in den Roman einfließen lässt, findet Sander bemerkenswert, von der Dramaturgie her fesselnd und sprachlich ausgewogen bis fantastisch überhöht.
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