Herausgegeben und aus dem Norwegischen übersetzt von Ursula Gunsilius. Vor über 100 Jahren starb im 34. Lebensjahr der norwegische Lyriker, Erzähler und Essayist Sigbjorn Obstfelder. Seine poetischen Antworten auf Weltschmerz, Liebesverwirrungen, Naturgewalt und Politik ließen keinen Geringeren als Rainer Maria Rilke ins Schwärmen geraten. Obstfelder hatte um die Jahrhundertwende beachtlichen Erfolg im deutschen Sprachraum. Dann wurde er gründlich vergessen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2001
Rilke schätzte seine Prosagedichte. Hanns Grössel sagt das, als hätte Obstfelder solchen Zuspruch auch verdient. Oder nötig, weil nicht jeder ihn kennen dürfte. Grössel aber macht uns mit ihm bekannt - vom Dichter als Kind und junger rastloser Geist bis zur Ausprägung eines tüchtig "zwieschlächtigen Lebensgefühls", das die vorliegenden Arbeiten töne, wie er vermerkt. Vielgestaltig ist sie denn auch, die Werkauswahl, für die Grössel viele gute Worte findet. Nicht nur, dass das Gesamtwerk Obstfelders in allen seinen Facetten und Gattungen (bis auf die Schauspiele) sichtbar wird, auch dass die Herausgeberin alle Texte neu übersetzt und einen umfangreichen wie informativen Anhang bereitgestellt hat, verdient das Lob des Rezensenten.
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