Mit 30 Duplex-Abbildungen. Knut Hamsun (1859-1952) gehört zu den umstrittensten Autoren seiner Zeit. Nach dem Aufstieg zum Autor von Weltrang erlebte der Literaturnobelpreisträger des Jahres 1920 einen unvergleichlichen Absturz: als Kollaborateur der Nazis, der Goebbels seine Nobelpreismedaille schenkte und Hitler im Mai 1945 noch mit einem hymnischen Nachruf bedachte. In Norwegen war der bedeutendste Prosaautor des Landes lange eine ebenso tabuisierte wie unausweichliche Figur. Seit einigen Jahren wird Hamsun international wiederentdeckt. Dabei stehen die Romane der 1890er Jahre im Mittelpunkt - politisch unverdächtige Pionierwerke der Moderne wie "Hunger" und "Mysterien". Diese Bildbiografie skizziert das wechselvolle und bisweilen abenteuerliche Leben Hamsuns und lenkt das Augenmerk auch auf einige seiner späteren Meisterwerke, die bis heute im Schatten der politischen Verfehlungen stehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2012
Walter Hinck bespricht gleich drei der großformatigen Bände der Reihe "Leben in Bildern" des deutschen Kunstverlags: "Gottfried Benn" von Jörg Magenau, "Knut Hamsun" von Wolfgang Schneider und "Hans Christian Andersen" von Heinrich Detering - alle sind gelungene, kritische Studien mit "reichlich Bildmaterial", verspricht der Rezensent. Wolfgang Schneider hatte die schwere Aufgabe, Knut Hamsuns ausgesprochene Faszination für Adolf Hitler weder zu verharmlosen, noch den Autor zu dämonisieren, meint Hinck. Er findet Schneiders Versuch insgesamt gelungen. Es scheint dem Rezensenten angesichts der politischen Irrungen Hamsuns zwar schwierig, noch dessen beste Romane unbefangen zu lesen, aber er spricht sich mit Schneider für eine - zumindest teilweise - Emanzipation der Werke von ihren Autoren aus.
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