Die Sonne
Eine Entdeckung

Matthes und Seitz, Berlin 2024
ISBN
9783751820417
Gebunden, 192 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Sie ist der Feuerball in unserem Teil der Galaxie, ohne sie ist kein Leben auf der Erde. Doch hat sich unser Verhältnis zu ihr in den letzten Jahren gewandelt: War sie früher das Himmelsgestirn, das Orientierung versprach und den Tag bestimmte, ist sie uns heute Drohung. Rücksichtslos brennt sie ganze Landstriche nieder und lässt die Polarkappen schmelzen, vor ihren Strahlen suchen wir Schutz - und zugleich ranken sich utopische Vorstellungen um sie, die scheinbar unendliche Energiequelle. Gemeinsam nähern sich Sibylle Anderl und Claus Leggewie dem Überwältigenden unseres Sterns als naturwissenschaftlichem und kulturgeschichtlichem Fakt. Wer etwas über die Sonne sagen will, kann über die heliozentrischen Kosmologien, Sonnengottheiten, die Funktionsweise von Halbleitern, Solar Geoengineering und Kernfusion nicht schweigen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.01.2025
Alles, was man heute "über den Himmelsstern Sonne" wissen muss, kann man im gemeinsamen Buch der Astrophysikerin Sibylle Anderl und des Politikwissenschaftlers Claus Leggewie erfahren, hält der Philosoph und Kritiker Otto Kallscheuer in seiner launigen Besprechung fest, dabei bringen beide ihre jeweils ganz eigene Perspektive ein. Vom Carrington-Ereignis, dem "bis heute heftigsten Sonnensturm", über Solarenergie bis hin zu den "Sonnenkönigen" Echnaton und Ludwig XIV., erfahren wir von Gewinnen wie ethischen und technischen Problemen, die mit diesem Himmelskörper in Verbindung stehen. Für Kallscheuer eine gewinnbringende Lektüre, für die er sich einzig noch ein Sachregister zur besseren Orientierung wünschen würde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.12.2024
Sibylle Anderl und Claus Leggewie treten mit dieser groß angelegten Studie über die Sonne an, um mit Klischees über sie aufzuräumen, erklärt Rezensent Gerrit Tiefenthal. Die Sonne wiederzuentdecken ist das Ziel der Autoren, abseits der gängigen Ideen, die sie meistens nur noch als Bedrohung für Gesundheit und Klima wahrnehmen. Viel Interessantes in kompakter Form findet Tiefenthal hier vor, dazu beeindruckende Abbildungen und gute Geschichten. So ganz zufrieden ist der am Ende dennoch nicht, die "Universalgeschichte" ist ihm dann doch ein wenig zu "assoziativ" geraten. Vielleicht kann man ein so großes Thema auf zweihundert Seiten doch nicht erschöpfend behandeln? Dennoch kann Tiefenthal dem Buch viel abgewinnen und hält auch das Plädoyer der beiden Wissenschaftler für überzeugend: Man solle sich eben in der Gegenwart der Sonne bedienen, sich aber nicht wie im Prometheus-Mythos vom menschlichen Hochmut überwältigen lassen und die Sonne ganz beherrschen wollen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2024
Viel Wissenswertes über die Sonne lernt Rezensent Christian Schwägerl von Sibylle Anderl und Claus Leggewie. Die beiden, sie Atomphysikerin und Philosophin, er Politikwissenschaftler, möchten uns die Sonne näherbringen und damit die Quelle fast allen Lebens auf unserem Planeten. Schwägerl gefällt, dass das Buch in sachlichem Tonfall gehalten ist und auch viel Datenmaterial enthält, der Aufbau der Sonne und das Prinzip der Kernfusion werden erläutert, daneben gibt es außerdem Interessantes über die Geschichte der Erforschung der Sonne zu erfahren. So kommt etwa Cecilia Payne-Gaposchkin zu ihrem Recht, die, liest der Rezensent, die chemische Zusammensetzung der Sonne entschlüsselte, aber die Früchte ihrer Forschung nicht ernten konnte. Insgesamt ein schlaues Buch über Grundlegendes, so das Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.10.2024
Recht atemlos, zwar nicht ganz ohne ironische Untertöne, aber insgesamt beschwingt bespricht Arno Orzessek diesen ja doch recht kurzen Band über alles, was man zur Sonne je sagen konnte. Es beginnt mit altägyptischen Mythen, geht über physikalische Erläuterungen, die ein solides Oberstufen-Niveau voraussetzen, so der Rezensent, und führt am Ende in einem veritablen Parforceritt - "alles so faszinierend, alles so denkwürdig, aber wir müssen eilends weiter" - in eine hoffentlich kontrollierte Kernfusion. Damit und auch mit einem dringlichen Plädoyer für die Solar-Energie endet dieses Buch nämlich, und Orzessek merkt anerkennend an, dass die Astrophysikerin und der Kulturwissenschaftler nirgends moralisieren und techno-optimistisch bleiben.