Aus dem Spanischen von Lutz Kliche. Der Roman "Sara" erzählt die Geschichte der biblischen 'Erzeltern' Sara und Abraham, die in der Tradition über Jahrhunderte den 'Stammvater Abraham' in den Mittelpunkt stellte, aus der Sicht von Sara und gesellt sich somit zu den Werken anderer grosser Autoren wie José Saramago, Jorge Luis Borges oder John Milton, die biblische Themen als Vorlage nahmen.Mit grosser historischer Detailtreue lässt Ramírez vor den Augen der Leser*innen die Alltagswelt Mesopotamiens im Altertum erstehen und gebraucht dabei eine Erzähltechnik, die mit Elementen der Verfremdung Distanz schafft und die Rolle beziehungsweise das Verhalten der verschiedenen Protagonisten aus unterschiedlichen Perspektiven darstellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2021
Rezensent Hans Christoph Buch warnt vor einer eskapistischen Lesart des Romans von Sergio Ramirez. Dass der sonst so engagierte Autor die politische Aktualität verlässt, um die biblische Geschichte von Abraham und Sara zu erzählen, mag er nicht glauben. Nach genauerem Besehen erkennt er, dass die Beschäftigung mit dem "Ursprung des Monotheismus" bei Ramirez mit der Gewalt und der Revolution in seiner Heimat Nicaragua zu tun hat. Dass der Autor zudem einen ebenso feinsinnigen wie humoristischen Roman verfasst hat, die biblische Geschichte ironisch bricht, die Engel Faxen machen und Jehova wie einen "orientalischen Despoten" auftreten lässt, macht für Buch den Unterschied. In Lutz Kliches Übersetzung liest sich das noch mal so schön, findet er.
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