Aus dem Spanischen von Peter Stamm, Gert Loschütz, Ofelia Schultze-Kraft und anderen. Tomas Gonzalez ist bekannt dafür, dass seine literarischen Figuren dem Leser unvergesslich bleiben. Das gilt sowohl für die' Helden' seiner Romane - den sterbenden Horacio in Horacios Geschichte und den glücklosen Aussteiger J. in "Am Anfang war das Meer" - als auch für die zahlreichen Nebenfiguren. Auch von den Protagonisten der drei in diesem Band vereinten Erzählungen kommt man nicht mehr los. Boris ist ein Maler, den der Tod eines geliebten Menschen aus der Bahn wirft und der nach seinem langsamen Abstieg in die Welt der Gestrandeten in New York sich in einer neuen Lebensform fängt. Carola Dickson, eine verschrobene ältere Lehrerin aus Brooklyn, macht sich nach ihrer Pensionierung in einem untauglichen Segelboot auf, um die Menschheit zu retten. Und William, ein erfolgreicher Unternehmer in Cali, ist von seiner Tanzleidenschaft so besessen, dass er zu einem gespaltenen Menschen wird und ein Doppelleben führt. Zwei der Protagonisten, Boris und William, sind Menschen, die sich wandeln; Carola Dickson dagegen ist eine unverbesserliche Weltverbesserin, die ihr Vorhaben bis zum unvermeidlichen Ende hartnäckig verfolgt.
Man brauche nur ein paar Seiten dieses Buchs zu lesen, um zu erkennen, dass man es hier mit einem "Erzähler von Weltrang" zu tun habe, gibt Rezensent Hans Christoph Buch begeistert zu Protokoll. Seine Wirkung verdankt die Prosa von Tomas Gonzales' Buch zufolge einer besonderen Melancholie, die aus seiner Sicht "wie Mehltau Dinge und Menschen" überzieht und auch jede Geste der Auflehnung so von vornherein zum Scheitern verurteilt sei. Bei den drei Erzählungen des Bandes handele es sich um "verkappte Liebesgeschichten", um "Liebeserklärungen an Verlierer und Versager", und als "Paten dieser Prosa" nennt der Rezensent Camus und Hemingway. Insgesamt ist es besonders der existenzialistische Touch dieser Texte, der Buch so beeindruckt und gefällt. Auch Gert Loschütz und Peter Stamms Übersetzung wird vom Rezensenten als "kongenial" hochgelobt, die Kommentierung des Herausgebers als kenntnisreich gewürdigt.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…