Aus dem Spanischen von Peter Schultze-Kraft und Peter Stamm. Viele der hier versammelten Geschichten handeln von einem Drama in der Familie, das Außenstehenden verschlossen sein mag, für die Beteiligten aber von elementarer Bedeutung ist: das verzweifelte Bemühen einer Mutter, ihren an einem fernen Ort begrabenen Sohn zu sich zu holen; die Schwierigkeiten einer nicht-jüdischen Ehefrau, in der sich abkapselnden jüdischen Gesellschaft heimisch zu werden; die verpasste Versöhnung mit einer alten Schulfreundin; die Frage nach der Authentizität, die im Zusammenhang mit den grauen Haaren einer mittelalterlichen Frau und eines falschen Muttermals auf der Stirn gestellt wird. Ein wesentlicher roter Faden, der sich durch Esther Fleisachers Literatur zieht, hat mit der jüdischen Diaspora, dem Verlust der alten Heimat und dem Neuanfang in der Fremde zu tun.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2018
Rezensent Jakob Hessing ist ganz hingerissen von den ebenso knappen wie stillen Erzählungen der als Kind jüdischer Eltern in Kolumbien geborenen Psychoanalytikerin Esther Fleisacher. Wie intime Zwiegespräche erscheinen dem Kritiker die kurzen Texte, in denen die Autorin das Leben ostjüdischer Exilanten in Kolumbien erinnert - stets bildreich, oft schmerzhaft, aber nie "bitter", wie Hessing erklärt. Mit der Übersetzung von Peter Schultze-Kraft ist er ebenfalls glücklich.
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