Tomas Gonzalez

Horacios Geschichte

Roman
Cover: Horacios Geschichte
Edition 8, Zürich 2005
ISBN 9783859900066
Gebunden, 172 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen übersetzt von Peter Schultze-Kraft und Gert Loschütz unter Mitarbeit von Jan Weiz. Mit einem Nachwort von Peter Schultze-Kraft . Fontane hat mit koketter Bescheidenheit über sein Meisterwerk, den Stechlin, gesagt: "Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich - das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht." Ähnlich knapp ließe sich der Inhalt von Horacios Geschichte wiedergeben: Ein etwas neurotischer Mann, der eine große Familie hat, Antiquitäten sammelt, an seinem Auto hängt, viel raucht, sich zwei Kühe hält und am Ende stirbt.
Geschildert werden die letzten 20 Monate von Horacios Leben, zu dem die trivialen Unterhaltungen und Vorkommnisse des Alltags ebenso gehören wie Krankheiten und Unglücksfälle in der Familie. Eine einfache, unspektakuläre Geschichte, die dadurch zum Meisterwerk wird, dass der Autor eine eigene Sprache gefunden hat, mit der er den Leser, die Leserin fern von den 'Markenzeichen' der kolumbianischen Literatur - dem magischen Realismus, dem 'miserabilismo', dem Auswalzen der Gewalt - empathisch und kompetent an seine Figuren heranführt und diese lebendig, verständlich, einmalig macht. Dabei entsteht das Porträt einer kleinbürgerlichen Familie, deren Mitglieder sehr aufeinander bezogen sind und sich unentwegt besuchen - und trotzdem einsame Menschen bleiben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2005

Rezensent Uwe Stolzmann ist recht angetan von dieser kleinen, anrührenden Geschichte, die im Kolumbien der frühen Sechziger Jahre spielt, in der Nähe der späteren Verbrecherhochburg Medellin. Und doch spielen keine der Klischees, die wir heute mit Kolumbien verbinden, eine Rolle - auch wenn natürlich die Szenarien der Zukunft, die " Schreckensherrschaft von Killertrupps jeder Couleur schon in der Luft liegen". Es geht um den persönlichen Mikrokosmos des herzkranken Horacio: "Dieses Wissen um die Zerbrechlichkeit, die doppelte Gefährdung von Horacios kleiner Welt, lässt ihr Abbild im Buch so glänzen", schwärmt Stolzmann, dem außerdem die natürlich wirkende Sprache gefällt, die der hierzulande noch weitgehend unbekannte Autor Tomas Gonzalez gefunden hat.
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