Sarah Kirsch

Regenkatze

Cover: Regenkatze
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2007
ISBN 9783421043160
Gebunden, 160 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Die Lyrikerin Sarah Kirsch ist auch als Autorin kurzer Prosastücke eine Meisterin ihres Fachs. Ihr neues Werk mit Kurzprosa aus den Jahren 2003 und 2004 entfaltet seinen Reiz darin, wie hier Alltägliches und Poetisches, Persönliches und Politisches zusammengeführt werden. Ihre Miniaturen leben vom schnellen Wechsel von Tonlage und Thema, sie sind mal kontemplativ, mal komisch, mal bitterböse - doch stets von einer Genauigkeit der Wahrnehmung gekennzeichnet, die Leser und Kritiker an dieser Autorin so fasziniert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.01.2008

Dies, warnt Rezensent Hans-Peter Kunisch, ist ein Buch von beträchtlichem Eigensinn. Die Autorin Sarah Kirsch positioniert sich in diesen Tagebuchnotizen selbstbewusst am Rande, bürstet die deutsche Sprache gegen den Strich und wird bei der Gelegenheit auch allerlei Unfreundliches gegen Kollegen wie Christa Wolf, Günter Grass oder Martin Walser los. An Notizen aus dem eigenen Alltag, in den per Radio und Fernsehen auch die Weltpolitik dringt, fehlt es nicht. Mit eigentümlichen Dialekteinsprengseln, die nie auf einen geografischen Nenner zu bringen sind, ist das ganze, so Hans-Peter Kunisch, sprachlich gewiss nichts für Puristen jedweder Couleur. Der Rezensent hat es insgesamt dennoch mit mehr als nur freundlichem Interesse gelesen, er fand es nämlich sehr "fein gestrickt".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2007

Wulf Segebrecht ist völlig hingerissen von Sarah Kirschs Tagebuch der Jahre 2003/04, das die Dichterin als einen glücklichen, zufriedenen Menschen zeigt. Sicher, ein Werk von außerordentlicher Wichtigkeit und Relevanz scheint ihm hier nicht vorzuliegen. Trotzdem lobt er es als "wunderbar" und "bedeutungsreich". Neben der unaufgeregten Verbindung von Privaten und großen Weltläufen gefällt ihm die eigene Form dieser Aufzeichnungen, ihre Sprache, die er als Mix zwischen Umgangs- und Hochsprache, Dialekten, englischen Sprachbrocken, Schnodder-Jargon, Redensarten und Neologismen beschreibt. Für ihn gewinnt das Tagebuch dadurch den "Charakter eines durchgängigen Sprachspiels mit Oberflächenreizen", dem er "hintergründige Finesse" attestiert. Besonders amüsant findet Segebrecht den "Raubvogelblick" der Dichterin, wenn es um die deutsche Gegenwartsliteratur geht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2007

Fritz J. Raddatz ist, daran lässt er keinen Zweifel, ein großer Fan der Lyrik von Sarah Kirsch, die er denn auch - obwohl sie in diesem Band gar nicht vorkommt - mehrfach zitiert. Welten aber, so Raddatz, liegen gerade auch wieder nicht zwischen Kirschs Lyrik und ihren hier veröffentlichten Tagebuch-Notizen. Manchmal, das wird in der Rezension wiederum per Zitat belegt, würde die Prosa auch ohne lyrischen Zeilenfall im Tagebuch wie von selbst zu Poesie. Und der Ton ist und bleibt ohnehin der von Sarah Kirsch. Was dieser schmale Band darüber hinaus deutlich mache: Keineswegs ist die Autorin Kirsch Vertreterin einer apolitischen Krähwinkelei. Der Irak-Krieg kommt vor und allerlei Gestalten aus Fernsehen und Kulturbetrieb (auch der Rezensent) bekommen ihr Fett weg. Beim argen Hang zum "Kalauer" freilich, da hört Raddatz' Begeisterung dann doch auf. Und allzu rasch abgetan werden Kollegen wie Alexander Kluge oder auch Christa Wolf. Das, rät der Rezensent, lasse man besser "außer Acht". Es bleibt genug Gutes.
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