Karel Hynek Macha

Die Liebe ging mit mir

Prosa, Poesie, Tagebücher
Cover: Die Liebe ging mit mir
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - München 2000
ISBN 9783421054173
Gebunden, 429 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Ausgewählt von Natascha Drubek-Meyer und mit einem Nachwort von Holt Meyer. Karel Hynek Mácha war der bedeutendste tschechische Dichter des 19. Jahrhunderts. Ein Frühvollendeter, dessen Name neben Novalis und Byron genannt wird. Viele seiner Gedichte wurden längst ins Deutsche übertragen. Zu entdecken bleiben sein romantischer Roman "Die Zigeuner", die Erzählungen und die ungewöhnlichen Tagebücher, deren Intimität die Leser staunen läßt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.05.2001

Olga Martynova stellt in ihrer Kurzrezension dieser ersten repräsentativen Ausgabe von Mácha in wenigen Zügen die Bedeutung des Autors für die tschechische Romantik, seinen Beitrag zur Entwicklung des Tschechischen zu einer modernen Literatursprache, sowie seine romantischen Anleihen aus der Folklore dar. Den erst viele Jahre nach seinem Tod kanonisierten Autor könne man in diesem Band gut kennen lernen, denn er enthalte seine Prosastücke, seinen berühmten Versroman, seine Notizbüchern und schließlich sein erst 1986 entschlüsseltes Tagbuch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2001

Carsten Hueck präsentiert den tschechischen Nationaldichter, dessen Texte bis auf das Versepos "Mai" bislang noch nicht ins Deutsche übersetzt waren. Mácha, schreibt der Rezensent, stammte aus Prag, wo er 1836 geboren wurde. Er starb bereits im Alter von 26 Jahren an der Cholera. Bis dahin verfasste er an der Weimarer Klassik geschulte und an der polnischen Romantik orientierte Novellen, Romane und Versepen, die Hueck in ihrer hermetischen Geschlossenheit äußerst modern vorkommen. Klabund hätte ihn den "Heine der Tschechen" genannt, heißt es in der Rezension. Der Autor habe sich besonders um die tschechische Volkssprache bemüht, erläutert Hueck die Bedeutung Máchas für die Tschechen. Die von ihm bevorzugte Mischung aus Faktischem und Phantastischem habe den symbolischen Charakter seiner Dichtung betont. Die Textsammlung aus der "Tschechischen Bibliothek" der Deutschen Verlagsanstalt versammelt alle Textgattungen sowie Tagebuchauszüge des erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckten tschechischen Nationaldichters.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2001

Die Rezensentin Sabine Brandt ist unzufrieden. Den unter der Schirmherrschaft von Václav Havel und Johannes Rau herausgegebenen Auswahlband mit Werken des tschechischen Dichters Karel Hynek Macha findet sie überbewertet. Zumindest verspreche das Nachwort von Holt Meyer mehr als die Schriften des 1836 im Alter von 26 Jahren verstorbenen Autors hergeben. Der Leser ersaufe in einer emotionalen Sintflut. Die "Leidensschwemme" in seinen Texten ist der Rezensentin unerträglich. Und auch der angeblichen sprachlichen Brillanz vermag sie nichts abzugewinnen. Einerseits liege das am Inhalt, andererseits aber auch an der Übersetzung, in der der Leser hier und da über modernes Undeutsch stolpere. Jedenfalls scheinen Herausgeber und Übersetzer den jungen Dichter gründlich überinterpretiert zu haben. Ob sie damit dem Autor und seinen Lesern gerecht werden, lässt die Rezensentin offen.
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