Die Perserinnen
Roman

Piper Verlag, München 2024
ISBN
9783492072267
Gebunden, 448 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Katharina Martl. Seit 1979, mit dem Sturz des Schahs, sind die Töchter der hochgestellten iranischen Familie Valiat im amerikanischen Exil. Nur ihre Mutter, die noch immer Heimat, Tradition und Stolz verkörpert, blieb damals in Iran. Als bei dem alljährlichen Familientreffen in Aspen die Dinge aus dem Ruder laufen und die exaltierte Shirin erst gegen Kaution wieder aus der Arrestzelle entlassen wird, verändert sich etwas in den Frauen, jede muss sich schmerzlichen Fragen stellen: wie sie zu ihren persischen Wurzeln steht. Und wer sie in Zukunft sein will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.08.2024
Sanam Mahloudji hat hier einen unterhaltsamen und literarisch anspruchsvollen Roman geschrieben, freut sich Rezensent Stefan Michalzik. Die amerikanische Schriftstellerin und Juristin iranischer Herkunft erzählt darin von drei Generationen großenteils in den USA lebender Frauen, die einer wohlhabenden iranischen Familie entstammen: von der jungen Bita, ihrer im Iran ins Gefängnis geratenen Tante, ihrer früh an Brustkrebs verstorbenen Mutter und ihrer Großmutter. Der Roman ist durch zahlreiche Rückblenden strukturiert und die Perspektive wechselt, so der Rezensent, häufig, ohne dass dies den Lesefluss stören würde. Auffällig ist laut Michalzik, dass in Mahloudjis Debüt die Frauen die treibende Kraft für Veränderungen sind, die Männer aber wenig entschlossen wirken. Obwohl die Erzählung nach Meinung des Rezensenten bisweilen etwas hätte gestrafft werden können, kann er das von Katharina Martl ins Deutsche übersetzte Buch zur Lektüre empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2024
Ein eindrückliches Buch über drei Generationen von Frauen zwischen Iran und den USA hat Sanam Mahloudji laut Rezensentin Laura Albermann geschrieben. Die Familie, um die es geht, ist wegen der Revolution aus dem Iran in die USA ausgewandert, lernen wir, die Mutter Elisabeth ist jedoch in der Heimat geblieben. Die Lügen dieser Mutter spielen dennoch im Leben der anderen Frauen eine wichtige Rolle, so Albermann, insgesamt geht es darum, wie Mythen das Leben von Menschen prägen, wie man sich aber auch von ihnen befreien kann. Albermann zeichnet einige Handlungsstränge nach, zum Beispiel den der Hauptfigur Shirin, die in den USA nie wirklich heimisch wird und während eines Skiurlaubs Probleme mit der Polizei bekommt. Keineswegs linear durcherzählt ist dieses auf eher abstrakte Weise mit den Diskussionen um den Iran der Gegenwart verbundene Buch, erläutert Albermann, die Zeitebenen vermischen sich oft. Insgesamt ein Buch, das ohne Schönfärberei auf seine Figuren blickt und zeigt, wie sie zwar von Unwahrheiten und Einsamkeiten auseinandergetrieben werden, sich aber dann doch noch zusammenraufen, so die interessierte, wenngleich nicht enthusiastische Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 09.07.2024
Sehr gern liest Rezensentin Meike Feßmann Sanam Mahloudjis Roman über eine wohlhabende iranische Familie, die zu weiten Teilen in Amerika im Exil lebt. Die Mutter Elisabeth allerdings ist im Iran geblieben, insgesamt wird das Buch laut Feßmann multiperspektivisch erzählt. Ihren Ausgangspunkt, lernen wir, nimmt die Erzählung im Jahr 2005, als der selbstbewußten, sehr auf gute Kleidung bedachte Shirin nach einer Konfrontation mit einem Polizisten Prostitution vorgeworfen wird. Im Folgenden geht es, führt die Rezensentin aus, um diverse Familiengeheimnisse, um die Schwierigkeiten eines Lebens im Exil, aber auch um eine Widerstandsgruppe im Iran namens "New Intimacy". Ein lebendiges und lustiges Buch über die Wechselwirkungen von Leben und Politik sowie über das Verhältnis zu Reichtum hat Mahloudji geschrieben, freut sich Feßmann.