Salvatore Quasimodo

Salvatore Quasimodo: Gedichte 1920-1965

Italienisch - Deutsch
Cover: Salvatore Quasimodo: Gedichte 1920-1965
Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, Mainz 2010
ISBN 9783871620713
Gebunden, 332 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christoph Ferber. Das poetische Werk von Salvatore Quasimodo, der 1959 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, ist von zentraler Bedeutung für die italienische Dichtkunst der Moderne. In seinem Brotberuf jahrelang Landvermesser, hat Quasimodo auch das Feld der Sprache ausgelotet: Worte und Sätze, punktgenau gesetzt, formieren sich zu einer Textlandschaft, die in ihren Höhen, Weiten und Tiefen der menschlichen Existenzerfahrung ebenso einen Ort zuweist wie dem metaphorisch verdichteten Erleben von Natur und Geschichte. Die vorliegende repräsentative Gedichtauswahl gibt ‒ in Gegenüberstellung von Original und deutscher Übersetzung von Christoph Ferber ‒ einen Querschnitt durch das zwischen 1920 und 1965 entstandene lyrische Oeuvre von Quasimodo; ca. die Hälfte der hier versammelten 110 Gedichte ist erstmals ins Deutsche übertragen worden. Kommentare zu den einzelnen Gedichten von Antonio Sichera, Dozent an der Universität Catania, und ein Nachwort des Zürcher Romanisten Georges Güntert ergänzen den Band.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2011

Winfried Wehles Rezension gibt einen guten Eindruck vom hermetischen Charakter der Lyrik des italienischen Nobelpreisträgers Salvatore Quasimodo, die wir uns als ein nicht leicht zugängliches, an Paradoxien reiches Sprachwerk vorstellen können. Bei Quasimodo dienen die "Mauern der Schwerverständlichkeit" als Schutzwall, erklärt Wehle, hinter dem die Lyrik die Zeit habe, sich zu entfalten. Wenn wir den Rezensenten richtig verstehen, verfolgt Quasimodo durchaus das Ziel modernistischer Lyrik, im Gewaltakt mit seiner Sprache den neuen Menschen zu schaffen, ohne dabei - wie Futuristen oder Surrealisten - den alten an die Politik zu verraten. Kunstvoll übersetze der Dichter das gebrochene Ich in eine gebrochene Sprache ("Ich bin ein Mensch, allein / eine einzige Hölle"), schreibt Wehle und bediene sich eines reichen Bildprogramms. Schließlich betont der Rezensent besonders den insularen Charakter von Quasimodos Lyrik, an der sich die Herkunft des Sizilianers ebenso ablesen lasse wie sein poetisches Programm. Über Christoph Ferbers Übersetzung verrät der Rezensent leider nichts.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2011

Von fruchtbaren Widersprüchen, übers Dasein hinausgehenden Zeichen und immer wieder den Orten des literarisch wie buchstäblich als Landvermesser tätigen Autors erfährt Hansjörg Graf in dieser, wie er findet, ultimativen Auswahl aus den Gedichten des 1968 verstorbenen Sizilianers Salvatore Quasimodo. Dankbar zeigt er sich angesichts der im Gespräch mit dem Autor bleibenden Übersetzung von Christoph Ferber, die sowohl exakt als auch fortdichtend sein kann. Ebenso reich beschenkt sieht er sich durch Kommentar und Nachwort, die ihm Schlüssel zum Werk Quasimodos an die Hand geben, quellen- und lebensgeschichtlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2011

Großen Beifall findet diese Neuausgabe der Gedichte des sizilianischen Dichters Salvatore Quasimodo bei Maike Albath. Die Rezensentin lobt die exzellente philologische Gestaltung der zweisprachigen Ausgabe, die Auswahl und Übersetzung der Gedichte und nicht zuletzt die Anmerkungen dazu. Christoph Ferbers Übersetzungen zeichnen sich für die Rezensentin durch ihre Präzision und syntaktische Genauigkeit aus. Eingehend berichtet Albath über die Phasen des Literaturnobelpreisträgers von 1959, insbesondere über seinen Hermetismus, von dem er sich nach dem Krieg distanzierte, und hebt seine politische Hellsichtigkeit hervor. Dass ihr manche Gedichten aus heutiger Sicht etwas "gekünstelt" erscheinen, was sie auf Quasimodos Verhaftung in der dichterischen Tradition zurückführt, verschweigt sie nicht. Besonders schätzt sie die Anmerkungen von Antonio Sichera, die kenntnisreich über Entstehung und Hintergrund der Texte informieren und zahlreiche Zitate und Anspielungen auf Leopardi, Pascoli oder D'Annunzio aufzeigen.
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