Rechtspopulistische Politik rückt in die Mitte, einige Parteien ziehen viele WählerInnen an. Aber wissen wir, warum? Und warum gerade jetzt? In diesem Buch zeichnet Ruth Wodak den Weg solcher Parteien von den Rändern der politischen Landschaft in die Mitte nach - im Versuch, zu verstehen und zu erklären, wie sie sich von Randerscheinungen zu einflussreichen politischen Akteuren entwickelt haben, die auch den Medien die Themenwahl vorgeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2016
Eckard Jesse wird nicht ganz glücklich mit Ruth Wodaks Buch über den Rechtspopulismus. Zwar findet er die Begriffsdefinition der Autorin einleuchtend, doch schon ihre Interpretation von Rechtspopulismus als "Laisser-faire-Liberalismus" scheint ihm kritikwürdig. Wenn Wodak die Politik der Identitäten, der Ausgrenzung und des Nationalismus linguistisch analysiert, kann der Rezensent einerseits gut die Stereotype rechtspopulistischer Rhetorik erkennen, andererseits scheint ihm die Autorin zu Verallgemeinerungen zu neigen und Kontexte auszublenden. Insgesamt aber findet Jesse Wodaks Diskursanalyse zu konstruierten Feindbildern erhellend. Hätte die Autorin etwas mehr politikwissenschaftliche Systematik walten lassen und etwa stärker zwischen Extremismus und Populismus unterschieden, hätte ihm der Band noch besser gefallen. Dass Wodak nur vage Rezepte gegen den Rechtspopulismus anbietet, scheint ihm hingegen erwähnenswert, aber nicht weiter dramatisch.
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