Aus dem Niederländischen von Gregor Seferens. Seit immer mehr Menschen nach Europa fliehen wollen, steht das Thema Grenze wieder auf der Agenda: Sollen sich alle Menschen frei bewegen können? Oder brauchen wir Grenzen? Paul Scheffer vertritt einen dezidierten Standpunkt: Gerade eine offene Gesellschaft braucht Grenzen - aber keine Mauern. Geschichte, Philosophie und Geographie liefern Scheffer die Argumente für eine Politik, die sich an der Wirklichkeit orientiert. In einer polarisierten Diskussion entwickelt er einen Standpunkt, der in der breiten Mitte Zustimmung finden kann, und öffnet Wege aus der Sackgasse, in die die gesellschaftliche Debatte über Migration geraten ist.
Sehr positiv bespricht Rezensentin Mariam Lau das Buch des niederländischen Soziologen, dessen Großvater, wie sie schreibt, vor den Nazis über die Grenze von Deutschland in die Niederlande floh. Sie stimmt Scheffers Behauptung zu, dass die Respektierung von Grenzen "die friedliche Klärung von Konflikten" ermöglicht. Ihr gefällt auch seine Auffassung, dass Grenzen den Austausch regeln. Es geht in Scheffers Arbeit und Miriam Laus Kritik immer um die Frage, wie viel Ausgrenzung eine Grenze auch bewerkstelligen muss und wie viel Durchlässigkeit in einer globalen Welt sein muss. Um Mauern und Abschottung geht es nicht. Am Ende aber scheint sich die Kritikerin in ihre eigene Agenda zu verstricken, wenn sie auf antirassistische Impulse gegen abendländische Philosophen in Uniseminaren verweist und findet, da werde das Kind des Humanismus oft mit dem Badewasser des Rassismus ausgeschüttet. Hat das noch mit Scheffers Diskussion von Grenzen zu tun?
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