Heike Kleffner, Anna Spangenberg (Hg.)

Generation Hoyerswerda

Das Netwerk militanter Neonazis in Brandenburg
Cover: Generation Hoyerswerda
bebra Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783898091275
Kartoniert, 304 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Brandanschläge, Morde und Überfälle - Rechte Gewalttäter verbreiteten schon in den 1990er-Jahren Angst und Schrecken im Land Brandenburg. Ihr Vorbild: 'Hoyerswerda' - die sächsische Stadt, aus der 1991 nach schweren Krawallen alle Flüchtlinge evakuiert worden waren. Dieses Buch zeichnet nach, wie sich brandenburgische Neonazis radikalisierten, Untergrundzellen aufbauten und Anschläge begingen. Dabei geraten auch die Rolle des Verfassungsschutzes und Verbindungen in das Netzwerk der Terrorgruppe NSU in den Fokus. Schließlich wird gezeigt, wie Neonazis der 'Generation Hoyerswerda' heute die Proteste gegen Flüchtlingsheime anfachen: Droht eine Welle rechter Gewalt - mit Pogromszenen wie vor 25 Jahren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2016

Die Analyse von Rechtsextremismus scheint Harald Bergsdorf wichtiger denn je. Mit dem Sammelband von Heike Kleffner und Anna Spangenberg, der sich auf den Rechtsextremismus in Brandenburg seit 1990 konzentriert und aus sozialwissenschaftlicher wie zivilgesellschaftlicher Perspektive detailliert die Handlungen und Netzwerke von Neonationalsozialisten beschreibt, erhält der Rezensent einen mit viel Empathie für die Opfer verfassten Beitrag zur Erkenntnis des Aggressionspotentials neonazistischer Gruppen in Brandenburg. Laut Bergsdorf eine Lektüre, die nicht zuletzt Bürgerengagement fördern kann. Als Mangel empfindet der Rezensent, dass die Beiträge eher oberflächlich bleiben, anstatt tiefere Ursachenforschung zu betreiben, etwa über die weite Verbreitung des Rechtsextremismus in Ostdeutschland oder die Instrumentalisierung des Asylthemas durch Rechtsextreme.
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