Erstveröffentlichung der ungekürzten Fassung; mit einem im Jahr 2006 geführten Interview mit den drei Kindern von Ruth Werner. Ruth Werner (Deckname Sonja), geboren 1907 geht 1930 mit ihrem ersten Mann nach Shanghai, wo sie vom Top-Spion Richard Sorge als Agentin angeworben wird. Der weitere Lebensweg gleicht einem Abenteuerroman: Sie geht zur Ausbildung nach Moskau, sendet dann für Stalin aus der Mandschurei, aus Polen, aus der Schweiz. Später in England ist sie die Kontaktperson für den Physiker Klaus Fuchs, der ihr die Formel für die Atombombe übergibt. Gerade über diese höchstspannenden Ereignisse, die den Verlauf des 20. Jahrhunderts beeinflussten, mußte sie jedoch in früheren Veröffentlichungen schweigen. Erst jetzt kann die ungekürzte Fassung erstmals auf Deutsch erscheinen. Drei Kinder hat Ruth Werner während dieser unsteten und unsicheren Zeit der Konspiration bekommen und großgezogen. Diese drei äußern sich im Buch in einem Interview erstmals gemeinsam über ihre Mutter.
Zufrieden zeigt sich Rezensent Jörg Sundermeier mit vorliegender Ausgabe der Erinnerungen der heute weitgehend vergessenen Topspionin Ruth Werner, die erstmals auch die bisher zensierten Stellen enthält. Ausführlich schildert Sundermeier die Karriere der leidenschaftlichen Kommunistin und berichtet über ihre Ausbildung in Moskau sowie ihre zahlreichen Einsätze in China, Prag und Danzig. Als Werners "bedeutendste Tat" betrachtet er die Übermittlung der Grundlagen für den Bau der Atombombe in die Sowjetunion. Bisweilen findet er die Aufzeichnungen der im Jahr 2000 verstorbenen, stets loyalen Genossin, "schönfärberisch". Insofern begrüßt er das vom Verlag angehängte Interview mit Werners Kindern, die die Erinnerungen ihrer Mutter "kritisch" kommentieren.
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