Aus dem Niederländischen vonUlrich Faure und Gerd Busse. Der Historiker und Journalist Rutger Bregman setzt sich in seinem neuen Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch seinen Thesen nach nicht böse, sondern im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken.
Ralph Gerstenberg bewahrt sich mit Rutger Bregman den Glauben an das Gute im Menschen. Der Historiker überzeugt ihn mit Rousseau und allerhand wissenschaftlicher Expertise von seiner These, aber auch, indem er den Holocaust nicht außer Acht lässt oder den Krieg auf den Osterinseln. Für Gerstenberg eine unterhaltsame, spannende wie nachvollziehbare Darstellung, die nur manchmal ins Ratgeberfach abdriftet, und ein Plädoyer für den Glauben an das Gute im Menschen, dem er sich gerne anschließt.
Rezensent Tom Wohlfarth ist merklich angetan von Rutger Bregmans positiver Version der Menschheitsgeschichte, in der er dem Kritiker zufolge sehr unterhaltsam und mit etlichen Belegen nachweist, dass es schon immer "survival of the friendliest" hätte heißen müssen. Auch heute noch bringen Kriege und Katastrophen - Stichwort Pandemie - unzählige solidarische Akte hervor, hat der Rezensent gelernt. Die Theorie, dass der Mensch ohne Regeln und Strafen direkt zu "des Menschen Wolf" werde, hat er nach der, wie er findet, überzeugenden Lektüre nur zu gern zu den Akten legt. Ein gelungenes Plädoyer für staatlich geförderte Freiheiten und Vertrauen, freut sich Wohlfarth.
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