Rüdiger Rossig

Ex-Jugos

Junge MigrantInnen aus Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten in Deutschland

Klappentext

Seit dem Ende Jugoslawiens 1991 beschäftigt der zerfallende Staat den Westen und besonders Europa: Krieg in Slowenien, Krieg in Kroatien, Krieg in Bosnien, der Krieg der Nato gegen Serbien wegen Kosovo ... und immer wieder: Flüchtlinge. Rüdiger Rossig, Redakteur der Berliner "tageszeitung" und der englischsprachigen Monatszeitung "The German Times", lebte in den 90er Jahren als Mitarbeiter von UN und OSZE in Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Der studierte Balkan-Historiker analysiert die Hintergründe des Konfliktes, erzählt aber vor allem von den vielfältigen sub- und jugendkulturellen Blüten im einstigen Jugoslawien. Er berichtet, wie die ersten "Jugos" als "Gastarbeiter" nach Deutschland kamen und zugleich Rockmusik und damit westliche Popkultur die jugoslawische Jugend eroberte, wie schließlich aus Jugos Bosnier, Kroaten, Serben, vor allem aber Deutsche wurden und aus Deutschen Jugos, und porträtiert zahlreiche junge, kulturschaffende (Ex-)Jugos in der Bundesrepublik Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.03.2009

Sehr gute Noten vergibt Rezensent Erich Rathfelder an diese Untersuchung zur Kultur der jugoslawischen Einwanderer in der Bundesrepublik und die Wechselwirkung beider Länder aufeinander, speziell in Sachen Popkultur - ein Buch, das einer Ansicht nach auf diesem "sperrigen Feld" Standards geschaffen hat. Besonders Rüdiger Rossigs Überblick über die Musikszenen von Belgrad, Sarajewo, Ljubljana und Zagreb beeindruckt Rathgeb durch Sachkenntnis und Genauigkeit. Gelobt werden hier auch die "hervorragenden Illustrationen" . Gut gefällt dem Rezensenten auch die Beschreibung der Musikszene Berlins und anderer deutscher Städte. Positiv registriert Rathfelder außerdem Rossigs Zurückhaltung, was die Beurteilung des zerfallenen Staats Jugoslawien betrifft, obwohl er das Bedauern des Autors darüber spürt. Schade findet der Rezensent lediglich, dass die Kosovo-Albaner nicht vorkommen und auch die Wandlungen des Emir Kusturica nicht näher erläutert sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.02.2009

Angetan zeigt sich Norbert Mappes-Niediek von Rüdiger Rossigs Buch über die Kultur der "Ex-Jugos? in Deutschland. Er bescheinigt dem Autor, die Berliner Szene kenntnisreich zu beschreiben, wo Kroaten, Bosnier, Deutsche, Serben, Mazedonier zusammentreffen. Er hebt hervor, dass die Ex-Jugoslawen keine politische Nostalgie und keine Exil-Folklore pflegen, sondern ein offenes, multinationales Großstadtleben, wie es in Belgrad, Zagreb und Sarajewo durch die Kriege verloren gegangen ist. Erhellend scheint Mappes-Niediek auch die "sorgfältig recherchierte? Geschichte der jugoslawischen Gastarbeiter, die sich in dem Buch findet.