Kosovo, die zwischen Albanern und Serben umstrittene autonome Provinz des früheren Jugoslawiens, hat sich gegen den Widerstand Serbiens 2008 für unabhängig erklärt. Erich Rathfelder, seit 1987 immer wieder als Korrespondent vor Ort, hat den Konflikt zwischen Serben und der albanischen Bevölkerungsmehrheit hautnah verfolgt: die Aufhebung des Autonomiestatuts 1989, den gewaltlosen Widerstand der Albaner, den bewaffneten Kampf der UÇK, die Intervention der NATO im Jahr 1999, anschließend die Phase der zivilen Übergangsverwaltung. Im Zentrum seines Buches steht das Schicksal der Menschen. Die wichtigsten lokalen und internationalen Akteure reflektieren, durchaus selbstkritisch, die politische Entwicklung und ihr eigenes Handeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2011
Michael Martens lobt diese profunde Geschichte des Kosovo-Krieges von taz-Korrespondent Erich Rathfelder. Er attestiert Autor, die Entstehung dieses Konflikts kundig zu analysieren, die Haltung der damaligen Staatengemeinschaft zu erläutern und die Legende zu widerlegen, die "Jugoslawische Volksarmee" habe das Land vor dem Zerfall bewahren wollen. Die Beschreibungen der kriegerischen Auseinandersetzungen um das Kosovo findet er sehr eingehend und genau. Allerdings sind sie seines Erachtens vor allem für Spezialisten und Historiker von Interesse. Dagegen scheinen ihm die Ausführungen über die UN-Mission für die Gegenwart bedeutender. Insgesamt bot das Buch dem Rezensenten auch "wertvolle Anregungen" zu Fragen um internationale Interventionen.
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