Herausgegeben von Andreas Großmann und Christof Landmesser. Mit einem Geleitwort von Eberhard Jüngel. Nach einer Bemerkung Martin Heideggers besteht zwischen den Lebensformen des Glaubens und der Philosophie eine "Todfeind"-schaft. Dieser radikale Gegensatz aber müsse "gerade die mögliche Gemeinschaft von Theologie und Philosophie als Wissenschaften tragen". Diese mögliche Gemeinschaft bezeugt der Briefwechsel Heideggers mit dem großen Marburger Theologen Rudolf Bultmann. Die Korrespondenz, die mit dieser Edition der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, entfaltet vor allem in den ersten Jahren eine außerordentliche Intensität. Als Heidegger 1928 dem Ruf an die Freiburger Universität als Nachfolger Husserls folgt, gehen die Freunde zum "Du" über. Dies geschieht indes in dem untrüglichen Bewusstsein, fortan getrennte Wege zu gehen. So sehr die in Marburg gemeinsam diskutierte Sache im Blick bleibt, so deutlich offenbart der Briefwechsel doch auch die Spannungen und Entfremdungen, die die Freundschaft zwischen beiden kennzeichnen - bei allem bleibenden Respekt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2009
Die Briefe, Postkarten und Fotos, die zwischen dem Theologen Rudolf Bultmann und dem Philosophen Martin Heidegger gewechselt wurden, hat der Herausgeber des Bandes laut Friedrich Wilhelm Graf in verlässlicher Weise ediert und mit einem informativen Anhang versehen. Für Graf macht die Lektüre deutlich, wie sehr der junge Heidegger die Urteilskraft des älteren Freundes schätzte und wie einig die beiden Denker sich zeitweise waren. Etwa in ihrem Kulturpessimismus oder in der Kollegenschelte. Die Korrespondenz offenbart Graf aber auch die schleichende Entfremdung zwischen den Freunden, ausgelöst durch Heideggers Position zum Nationalsozialismus, die der moralisch integre Theologe nicht akzeptieren konnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.04.2009
Über Martin Heideggers "nationalsozialistisches Unterwegssein" kann Jürgen Busche in diesem Briefwechsel einiges erfahren. Busche fällt dabei sowohl Heideggers "pathetisches Dementi" als auch sein "geständiges Bekenntnis" auf, zu dem ihn der Marburger Freund und Theologe Rudolf Bultmann veranlasst. Die Beziehung zwischen den beiden Denkern charakterisiert Busche nach der Lektüre als tief freundschaftlich. Allerdings ist für ihn immer auch Heideggers Renitenz betreffend eine akademische Zusammenarbeit mit dem Briefpartner spürbar. Philosophiegeschichtlich wertvoll erscheint Busche die Korrespondenz durch die darin enthaltenen Hinweise auf Heideggers Denken nach der Veröffentlichung von "Sein und Zeit". Was die Briefe für die Zeit nach 1945 zu bieten haben, gehört für den Rezensenten dagegen in die Kategorie "Marburg-Nostalgie".
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