Roman Grafe

Spaß und Tod

Vom Sportwaffen-Wahn - Opfer, Täter, Lobbyisten
Cover: Spaß und Tod
Mitteldeutscher Verlag, Halle 2019
ISBN 9783963111280
Kartoniert, 652 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Erfurt, Winnenden, Utøya - groß ist das öffentliche Entsetzen nach jedem Amoklauf eines Sportschützen. Und kurz. Dafür sorgen die Propagandisten der Schützen-Verbände und die ihnen hörigen Politiker. Und wieder verdrängen die für einen Moment beunruhigten Bürger die Gefahren tödlicher Sportwaffen. Bis zum nächsten Massaker. Roman Grafe legt diesen Kreislauf aus kollektivem Egoismus, Ignoranz, fehlendem Mitgefühl und immer neuen Sportschützen-Opfern offen. Der Autor hat nach jahrelangen Recherchen erstmals Ursachen und Folgen des Sportwaffen-Wahns umfassend dokumentiert. Er beschreibt die Geschichte des laschen Waffenrechts und der Privatwaffen-Morde in Deutschland und weltweit. Zudem zeigt Grafe auf, wie es in drei demokratischen Rechtsstaaten gelang, die Waffengesetze wirksam zu verschärfen. Und wie in Deutschland allein die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" seit dem Winnender Schulmassaker 2009 für ein Verbot tödlicher Sportwaffen, egal welchen Kalibers, kämpft.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2019

Auf den Tag zehn Jahre ist es her, dass in Winnenden ein Schüler mit der halbautomatischen Militärwaffe seines Vaters, eines Sportschützen, sechzehn Menschen erschoss - und der Journalist, Autor und Filmemacher Roman Grafe eine Initiative zum Verbot tödlicher Sportwaffen gründete, erinnert Robert Probst. Mit "Spaß und Tod" zieht Grafe nun auf 650 Seiten eine Zwischenbilanz, die den Rezensenten tief erschüttert. Dabei, so macht Probst schnell klar, hat er an dem Buch einiges auszusetzen, immer wieder geht mit dem Autor der Aktivist durch, steht sein Anlegen einer nüchternen Analyse im Weg. Dennoch wird vieles eindrucksvoll deutlich, der von Politik und Waffenverbänden gepflegte "Mythos vom scharfen deutschen Waffenrecht" etwa oder die in der chronologischen Auflistung von Amokläufen zu Tage tretenden immer gleichen Floskeln von Funktionären und Politikern, stellt Probst fest. Er bewundert Grafes Engagement und wundert sich, warum es nicht einen breiten Konsens für dessen Anliegen gibt.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…