Gisela Mayer

Die Kälte darf nicht siegen

Was Menschlichkeit gegen Gewalt bewirken kann
Cover: Die Kälte darf nicht siegen
Ullstein Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783550088148
Gebunden, 222 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Der 11. März 2009 war der schwärzeste Tag im Leben von Gisela Mayer: Es war der Tag, an dem ihre Tochter von einem jugendlichen Amokläufer in den Tod gerissen wurde. Wie konnte es zu diesem entsetzlichen Verbrechen kommen? Was läuft in unserer Gesellschaft schief? Gisela Mayer ist engagierte Mutter und Ethiklehrerin. Seit langem schon kämpft sie gegen die Gleichgültigkeit und Kälte, die sich in unserer Gesellschaft immer stärker verbreiten. Sie fragt, warum viele Kinder und Jugendliche keinen Respekt mehr vor anderen Menschen haben; sie lehnt Killerspiele und Gewaltvideos ab, weil sie uns immer mehr abstumpfen lassen; und sie zeigt, was sich ändern muss, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2010

Sehr bewegend, wenngleich ein wenig heikel findet Johan Schloemann das Buch "Die Kälte darf nicht siegen" von Gisela Mayer. Als "Trauerwerk und Plädoyer zugleich" beschreibt der Rezensent das Buch der Ethiklehrerin aus der Nähe von Stuttgart, die ihre Tochter bei dem Amoklauf von Winnenden verloren hat. Sehr eindrücklich, so Schloemann, schildert Mayer das enge Verhältnis zu ihrer Tochter Nina, die an der Schule, an der Tim Kretschmer mehrere Menschen tötete, Referendarin für Deutsch, Kunst und Religion war. Voller Anerkennung berichtet der Rezensent über das Engagement der Mutter, die sich nicht nur für schärfere Waffengesetze einsetzt, sondern auch gegen eine allgemeine Verrohung streitet. Hierbei begibt sich die Autorin jedoch auf problematisches Terrain, dem Rezensenten wird dabei "die Verknüpfung des Persönlichen mit dem Allgemeinen" zu eng und er sieht ein Bild von der Gesellschaft als Kollektivmonster gezeichnet, das er auch nicht überzeugender findet als ein Amok laufendes Einzelmonster. Trotzdem rechnet es Schloemann der Autorin hoch an, dass sie sich nicht hinter ihrem Schmerz verschanzt, sondern sich "in mutiger und mutmachender Weise an die Öffentlichkeit" wendet.

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