Mit zum Teil farbigen Abbildungen. Am 26. April 2002 ermordete ein Amokläufer sechzehn Menschen am Erfurter Johann-Gutenberg-Gymnasium und erschoss sich anschließend selbst. Die Tat löste weltweites Entsetzen aus. Die Fragen nach den Ursachen für die Gewalttat wurden immer wieder gestellt, aber nie befriedigend beantwortet. Viele Mängel des deutschen Schulsystems wurden erkannt und dann doch nicht grundlegend beseitigt. Inzwischen mussten vor allem die Angehörigen der Opfer lernen, ihre tragischen Verluste zu tragen. Und die Überlebenden versuchen mühsam, die Bilder in ihrem Kopf zu vergessen, zu verdrängen oder zu verarbeiten. In diesem Buch kommen viele Betroffene von Erfurt zu Wort: Lehrer, Schüler, Angehörige. Und sie erzählen - nicht selten zum ersten Mal - was sie erlebt haben und wie sie damit umgehen.
In seinem Buch "Kurzschluss" lässt der Journalist Jens Becker noch einmal die Opfer und Angehörigen des Amoklaufs am Erfurter Gutenberg-Gymnasium von 2002 zu Wort kommen, nachdem er bereits zwei Filme dazu gedreht hat, lässt Liane von Billerbeck in ihrer Kritik wissen. Sie findet diese "Zweitverwertung" nicht "verwerflich" und einiges möchte sie ohnehin "lieber lesen als ansehen". Die Rezensentin betont, dass der Autor "viele Facetten" vom Leben der Angehörigen und der Überlebenden nach diesem schrecklichen Ereignis zusammengetragen hat, doch findet sie es deshalb umso bedauerlicher, dass Becker, anstatt sich auf die Erzählungen seiner Interviewpartner zu verlassen, sein Buch mit "Reden, Strafanzeigen und Predigten beschwert" hat. Hier macht Billerbeck einen Hang zur "Pädagogik" aus, der sie stört und den sie einfach "zu viel" findet.
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