Der Himmler-Vertraute und SS-Gruppenführer Hanns Johst (1890-1978) war einer der hochgefeierten Dichter der NS-Bewegung und als Präsident der Reichsschrifttumskammer (RSK) auch einer ihrer höchsten Kulturfunktionäre. Im Zentrum der vorliegenden Biografie steht das staatspolitisch-ideologische Wirken des RSK-Präsidenten, der auch als - zunächst expressionistisch orientierter, dann schon frühzeitig völkischer - Schriftsteller schon vor 1933 ausgesprochen erfolgreich war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2004
Hanns Johst war weniger der führende Dichter als einer der dichtenden Führer des Dritten Reichs, ein Multifunktionär in literarischen Belangen. Er war tätig als "Reichskultursenator, Präsident der Dichterakademie, Leiter der Reichsschrifttumskammer", konnte, daran lässt der Autor dieser Rezensionsnotiz (Kürzel "brr") keinen Zweifel, nicht schreiben und gefiel sich in gelegentlichen paternalistischen Gesten, etwa wenn er Gottfried Benn unterstützte. Verdienstvoll ist nun, so der Rezensent, diese Studie, denn Vergleichbares fehlte bisher. Nicht alle Fragen werden beantwortet - etwa die, wie manch respektabler Kollege (Thomas Mann zum Beispiel) den jungen Johst für ein Talent halten konnte. Als Grundlage für weitere Forschung aber kann die Untersuchung wohl bestehen.
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