Wilhelm Haefs (Hg.)

Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur

Band 9: Nationalsozialismus und Exilliteratur 1933-1945
Cover: Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446127845
Gebunden, 704 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Nie war die deutsche Literatur so tief gespalten wie im Nationalsozialismus. Wer von Deportation und Ermordung bedroht war, konnte ins Exil gehen - und war abgeschnitten von der eigenen Sprache. Wer in Deutschland bleiben wollte oder nicht herauskam, beteiligte sich am System und trat der "Reichsschrifttumskammer" bei oder suchte sich eine Nische. Band 9 der "Sozialgeschichte der deutschen Literatur" beleuchtet die NS-Zeit - auch unter dem Blickwinkel der Entwicklung nach 1945, als Emigranten, Angehörige der "Inneren Emigration" und ehemalige Nationalsozialisten in der Bundesrepublik und in der DDR aufeinanderprallten und sehr unterschiedlich mit ihrer Vergangenheit umgingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2009

David Oels zeigt anerkennend den abschließenden neunten Band der in den 1970er Jahren begonnenen "Sozialgeschichte der deutschen Literatur" des Hanser Verlags an, und auch wenn er manches zu kritisieren hat, so findet er dennoch, dass etwas Besseres zur Literaturgeschichte zwischen 1933-1945 derzeit nicht zu haben ist. Viele sehr erhellende Einzel- und Vergleichsuntersuchungen finden sich laut Rezensent in diesem Band, und er hebt beispielsweise Bettina Heyls Untersuchung zum historischen Roman, Carola Hilmes' Studie zur autobiografischen Literatur oder Jan-Pieter Barbians Aufsatz zur Literaturpolitik der Zeit hervor. Aufgefallen ist dem Rezensenten allerdings, dass sich die durchaus gelungenen Einzeluntersuchungen in diesem Band nicht zu einem Ganzen runden, was seiner Ansicht nach durch fehlende Querverweise noch verschärft wird. Überhaupt lässt die Benutzerfreundlichkeit dieses Bandes in seinen Augen sehr zu wünschen übrig, so bemängelt er das fehlende Abkürzungsverzeichnis, ein ungegliedertes Literaturverzeichnis und ein "schlicht inakzeptables" Register, das sich lediglich auf Personen beschränkt.

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