Aus dem Englischen von Karin Schuler und Heike Schlatterer. Augustinus von Hippo (354-430 n. Chr.), Redner, Philosoph und Kirchenlehrer, ist bis heute eine geistige Macht geblieben. Die Bürde des Schicksals und die Erfahrung der Freiheit, die Endlichkeit des Menschen und die Unendlichkeit Gottes - zwischen diesen Polen bewegt sich sein Leben.
Robin Lane Fox zeigt ihn als einen Mann des späten römischen Reiches, dessen Denken von Anfang an von den intellektuellen Debatten seiner Zeit tief geprägt war und der sich ständig neu erfand. Mit großem Einfühlungsvermögen und Scharfsinn erzählt er die packende Geschichte Augustinus' vielfältiger Wandlungen.
Anhand der "Bekenntnisse", eines der größten autobiografischen Meisterwerke aller Zeiten, schildert der Historiker Leben, Charakter und Temperament einer ebenso leidenschaftlichen wie komplexen Persönlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.12.2017
Rezensent Dirk Pilz begreift Augustinus aus seiner Zeit heraus mit diesem Buch des Altertumswissenschaftlers Robin Lane Fox. Wie der Autor den Selbstbeschreibungen des Augustinus in seinen "Confessiones" nachgeht und in den Details Schlüssel entdeckt, den Theologen zu verstehen, findet Pilz lehrreich. Die Ausführlichkeit der Behandlung theologischer und ideengeschichtlicher Fragen und kirchenhistorischer Konstellationen im Buch lenkt den Rezensenten nicht ab vom Bild des Augustinus als eines Suchenden, das Fox entwirft, nicht zuletzt indem er ihm Zeitgenossen an die Seite stellt. Für Pilz eine neue Sicht, die das augustinische Denken vom Verdacht der Hysterie befreit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2017
Die Geständnisse des Augustinus, die "Confessiones", haben über Jahrhunderte Gelehrte von Rousseau über Wittgenstein bis Derrida fasziniert, so Rezensent Stefan Rebenich. Dieser Prototyp der modernen Autobiografie bietet einen detaillierten Einblick in den Werdegang des römischen Denkers, der nun von Robin Lane Fox in den historischen Kontext eingeordnet wird. Dabei fällt das Buch des Oxford-Historikers dem Rezensenten nicht nur als überdurchschnittliche wissenschaftliche Arbeit auf, sondern auch, wie er lobt, durch die großartige Erzählweise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2017
Rezensent Hartmut Leppin freut sich, dass diese Augustinus-Biografie des britischen Althistorikers Robin Lane Fox nun auch auf Deutsch erschienen ist. Denn der Kritiker lernt den römischen Rhetoriker und Philosophen hier jenseits der gängigen Lesart eines "egozentrischen Ehrgeizlings" als Suchenden voller Zweifel kennen. Auf Grundlage der "Confessiones" schildert Fox Augustinus' Lebensweg, seine Widersprüchlichkeiten und Eigenheiten und entfaltet ein lebendiges Bild des Römischen Reiches, lobt der Rezensent. Dass der Autor gelegentlich zum Spekulieren neigt und keinen neuen theoretischen Ansatz liefert, nimmt ihm der Kritiker angesichts seiner Erzählkunst und der Einbindung auch jüngerer Forschungsarbeiten nicht übel.
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