Robin Alexander

Die Getriebenen

Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht
Cover: Die Getriebenen
Siedler Verlag, München 2017
ISBN 9783827500939
Gebunden, 288 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Die Grenzöffnung für Flüchtlinge im Herbst 2015 hat das Land gespalten - die einen preisen Angela Merkels moralische Haltung, die andern geißeln die Preisgabe von Souveränität. Doch was als planvolles Handeln erscheint, ist in Wahrheit, so Welt-Korrespondent Robin Alexander, eine Politik des Durchwurstelns, des Taktierens und Lavierens, befeuert von hehren Idealen und Opportunismus. Alexander zeigt, dass die politischen Akteure Getriebene sind, zerrieben zwischen selbst auferlegten Zwängen und den sich überschlagenden Ereignissen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2017

In seiner Rekonstruktion der politischen Geschehnisse rund um die Flüchtlingskrise in den letzten zwei Jahre, versucht der Journalist Robin Alexander den komplexen Verstrickungen, den Gegebenheiten, Zielen, Werten und Verantwortlichkeiten der politischen Akteure gerecht zu werden. Was ihm, Rezensent Wolfgang Taus zu Folge, gelingt. "Regieren im Ausnahmezustand" - was das überhaupt bedeutet, wie Entscheidungen in einer solchen Situation getroffen werden und wohin sie uns im konkreten Fall der Flüchtlingskrise gebracht haben, weiß Taus nach der erhellenden Lektüre von Alexanders "schonungsloser" Analyse.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2017

Mit Unbehagen liest Stefan Braun, wie Robin Alexander hier seinem Zorn auf Angela Merkel freien Lauf lässt, als hätte sie persönlich "Deutschland den Tort mit einer Million Flüchtlinge" angetan. Viele dürften das allerdings tatsächlich glauben, fürchtet der Rezensent, und die Sicht auf die Flüchtlingskrise als einzige Anfolge von Merkelschem Scheitern wird von Robin Alexander voll und ganz bestätigt. Für Braun spricht daraus eine große Vereinfachung. Doch in einer erstaunlichen Wendung äußert er sich am Ende doch sehr lobend über das Buch seines Kollegen von der Welt und preist die gute Einordnung, "großartige Einblicke" und "famose Details" in die Innenwelt von CDU und CSU.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.04.2017

Barbara Dribbusch mag dieses Buch nicht, und noch weniger gefällt ihr dessen Erfolg. Beklemmend findet sie, wie der Welt-Journalist hier den Flüchtlingsherbst von 2015 in eine Geschichte des Staatsversagens packt, in der Angela Merkel nicht die nötige Führungsstärke besessen habe, die Grenzen zu schließen und damit Schaden von Deutschland abzuwenden. Als ginge es nicht auch um humanitäre Erwägungen. Über diesen manipulativen Dreh kann die Rezensentin auch nicht hinwegtrösten, dass Alexander durchaus Sinn für Dramatik beweise, wenn er in seinem Skript en detail nachzeichne, wer wann mit wem telefonierte und "wer in den wichtigsten Stunden mit Fieber im Bett lag".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.03.2017

Rezensentin Mariam Lau hat Robin Alexanders in kürzester Zeit zum Bestseller avanciertes Buch "Die Getriebenen" mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Entwicklungen, die schließlich zur "Flüchtlingskrise" führten, vermittelt ihr der Autor dicht und unmittelbar; Alexanders "vibrierende" Wut auf die Kanzlerin will die Kritikerin ihrem Kollegen zunächst auch gar nicht ankreiden: Dass der Journalist mit "angemessener Rücksichtslosigkeit" kritisiert, wie Merkel das Thema Flüchtlinge und deren Unterbringung lange Zeit negierte, kann Lau ebenso nachvollziehen wie Alexanders Unmut über die immer neuen Begründungen für die "Grenzöffnung". Dafür, dass der Autor die Flüchtlinge und ihre Motive komplett ausspart, um der Kanzlerin "Lavieren" und dem Kabinett "Feigheit" vorzuwerfen, hat die Kritikerin allerdings kein Verständnis.