Herausgegeben von der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Tristan und Isolde - seit mehr als tausend Jahren stehen diese beiden Namen für den Mythos von der Liebe schlechthin. Von allen Neu- und Umgestaltungen der Geschichte ist neben dem höfischen Epos Gottfried von Straßburgs Richard Wagners "Handlung" von Bedeutung. Ein leicht aufführbares Werk im italienischen Stil für zwei, drei gute Sänger wollte der Dichterkomponist schreiben; entstanden ist ein an inhaltlicher und musikalischer Komplexität kaum zu überbietendes Schlüsselwerk. Nie wurden Liebe und Tod derart radikal zusammengedacht, alle romantisierende Schwärmerei hinter sich lassend.
Franz Schuh schwärmt in den höchsten Tönen von diesem Opernführer und lobt ihn als "vorbildlich, weil er die ideale Balance von Grundwissen und den Zugängen zu einer darauf aufbauenden Wissenschaft enthält". Anschließend erzählt Schuh von den tragischsten Momenten dieser Wagner-Oper, um anschließend den Komponisten selbst zu Wort kommen zu lassen. Denn dieser befand, dass "Tristan" `etwas Furchtbares` werden würde, eine Oper, die nur zu retten sei, wenn sie durch schlechte Aufführungen parodiert werde (ob Schuh diese Worte dem vorliegenden Opernführer entnommen hat, verrät er allerdings nicht). Nicht zuletzt weist Schuh auf die im vorliegenden Band enthaltenen "kurzen, vorzüglichen Essays" und das Interview mit dem Regisseur Harry Kupfer hin.
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