Udo Bermbach

Richard Wagner in Deutschland

Rezeption - Verfälschungen

Klappentext

Zur problematischen Wagner-Rezeption in Deutschland. Die Geschichte der politisch-ästhetischen Rezeption Richard Wagners ist noch nicht aufgearbeitet. Der Autor geht den sich wandelnden Deutungen von Wagners Denken und Werk seit dem Kaiserreich bis in die Zeit der frühen Bundesrepublik nach und untersucht die Funktionalisierung der Werke zu politischen Zwecken. Als Grundlage dienen u. a. maßgebliche Wagner-Biografien. Die von 1878 bis 1938 erschienenen Bayreuther Blätter werden erstmals umfassend ausgewertet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2012

Eingefleischten Wagnerianern wie Antiwagnerianern empfiehlt Daniel Ender das Buch des Wagner-Kenners Udo Bermbach. Der Rezensent ist selbst überrascht, wie minuziös, faktenreich und differenziert es dem Autor gelingt, Kontinuitäten, vor allem aber Uminterpretationen und Verfälschungen im Denken Wagners und seiner Adepten nachzuweisen. So betreffend die Gleichsetzung von Wagners und Hitlers Denken, gegen die der Autor laut Rezensent klar Stellung bezieht. Dass Bermbach ein Auge hat für gewandelte Begriffe und Bedeutungsnuancen und dennoch nie das Wesentlich aus dem Auge verliert, findet Ender bemerkenswert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2011

Mit viel Lob bedenkt Jens Malte Fischer dieses Werk über "Richard Wagner in Deutschland" von Udo Bermbach. Die Arbeit liefert für ihn ein eindrucksvolles Gesamtbild der Wagner-Rezeption und der Bayreuther Weltanschauung - von den wichtigsten Wagner-Biografien über die Bayreuther Blätter bis zur seiner Theologie und seinem Antisemitismus. Bermbachs Begeisterung für die Musik Wagners trübt nach Ansicht Fischers nie den "kritischen Blick" des Wissenschaftlers. Er bescheinigt dem Autor ungeheure Gelehrsamkeit und einen bei aller Breite der Darstellung gut zu lesenden, ja mitunter packenden Stil. Eine der vielen Stärken des Werks sieht er darin, dass es "perspektivische Verengungen" der kritischen Wagner-Literatur vermeidet, ohne die Bayreuther Ideologie zu beschönigen. Sein Fazit: ein Werk, das Maßstäbe setzt.
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