Richard Wagner wurde in Deutschland ganz unterschiedlich rezipiert: Es gab die historisch-politische Person, den genialen Tondramen-Schöpfer und Wagner, den erbitterten Antisemiten. In seinem neuen Buch zeichnet Moshe Zuckermann die Gestalt Wagners als das deutsche Ärgernis nach: seine Wandlung vom linken Revolutionär zum angepassten Königstreuen. Er untersucht die geistesgeschichtliche Zuordnung seines Denkens und den latenten Antisemitismus in Wagners Opern. Die entscheidende Frage lautet: Welche Relevanz hatte und hat diese Wandlung für die heutige Wagner-Rezeption?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.07.2020
Judith von Sternburg lernt bei Moshe Zuckermann allerhand über Wagner, auch wenn sie Zuckermanns Meinung (zum Antisemitismus in Wagners Werk) nicht teilen mag. Was der israelische Soziologe über Wagner in Politik und Gesellschaft sprachlich "ein wenig förmlich" zu sagen hat, scheint ihr dennoch anregend. Als informative Einführung taugt der Band laut Sternburg gut. Und mit seiner "scharfen" Meinung zum Wagner-Boykott in Israel lässt sich mit Zuckermann außerdem trefflich streiten, lässt uns die Rezensentin ahnen.
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