Johanna Dombois, Richard Klein

Richard Wagner und seine Medien

Für eine kritische Praxis des Musiktheaters
Cover: Richard Wagner und seine Medien
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012
ISBN 9783608947403
Kartoniert, 512 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Johanna Dombois und Richard Klein bringen die Dinge zusammen, die bei Wagner selbst zusammengehören, in der Interpretation aber meist getrennt werden: Schrift, Musik und Theater. In 23 Beiträgen wird Wagners Werk als Modell für ein Musiktheater von heute entfaltet, in dem alte Wahrheiten wie Neue Technologien ihren Platz finden. Die Bandbreite der sprachlichen Formen - philosophische Abhandlung und Künstlertext, Essay und Manual, Dramolett, Rezension und Gespräch - steht dabei für das »Experimentelle im Repertoire« und ein Theater der Medien, das einmal keinen ruinösen Widerspruch zur Tradition der Werke bildet. Überall werden Einblicke in den inszenatorischen Alltag mit ästhetisch-politischer Kritik verzahnt. So formiert sich auf der Grundlage von Wagners Musiktheater eine Neubestimmung der Oper.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.05.2013

Peter Uehling liest mehrere neue Bücher zu Richard Wagner und stellt betrübt fest, dass vor 30 Jahren, zu Wagners 100. Todestag, noch die Fetzen flogen. Inzwischen betrachtet man den Komponisten mit den leidenschaftslosen Augen des Historikers. Das ist zwar verständlich, bietet aber nicht immer anregende Lektüre, wie Uehling bei den großen Wagner-Büchern von Martin Geck und Udo Bermbach feststellt. Ganz anders ergeht es ihm mit diesem Band von Johanna Dombois und Richard Klein über "Wagner und seine Medien". Hier spürt man noch echte Dringlichkeit in der Auseinandersetzung mit dem Werk des Künstlers, freut er sich. Die Analysen der Sprache, Musik, Dramaturgie und Bühnentechnik des Komponisten offenbaren für ihn eine Komplexität des Werks, das ihn eingestandenermaßen manchmal überfordert. Die Lektüre des Buchs ist "keine leichte Kost", warnt der Rezensent, etwa wenn die Leitmotivtechnik und ihre Bedeutung detailliert analysiert werden. Auch bewegten sich die Autoren auf hohem Abstraktionsniveau. Und doch scheint für den Rezensenten nur in dieser Auseinandersetzung das ganze "utopische Potential" des Komponisten auf.

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