Renate Feyl

Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit

Roman
Cover: Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 1999
ISBN 9783462028362
gebunden, 320 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Zwei Dinge prägten das Leben der Caroline von Wolzogen (1763-1847): ihre schriftstellerische Arbeit und die Nähe zu ihrem Schwager Friedrich Schiller. Er liebte die Schwestern von Lengefeld, heiratete, weil Caroline ablehnte, Charlotte und wollte dennoch beide immer um sich haben - Charlotte für das alltäglich Praktische und Caroline für das geistig Höhere. Carolines Roman "Agnes von Lilien", der in den "Horen" vorabgedruckt wurde, erregte großes Aufsehen. Sie wurde von Goethe geschätzt und von Wilhelm von Humboldt bewundert und schuf mit der Biographie über den Schwager die Grundlage für Schillers Nachruhm. Was sie in dieser Biographie mit Rücksicht auf Zeitgenossen verschweigen mußte, wird in diesem Buch erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2000

Ute Stempel lobt in ihrer Rezension gleich vorneweg die in Berlin lebende Philosophin Renate Feyl als "im besten Sinne kultivierte" Schriftstellerin, die ihre Romane über schreibende Frauen nie aus der "Nabelschau" schreibe - eine Eigenart, die Stempel offenbar schon oft bei feministischen Autorinnen aufgestoßen ist. Die in diesem Buch vorgestellte Schriftstellerin Caroline von Wolzogen hatte sich Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Roman, "Agnes Lilien", einen Namen gemacht, der - erst anonym in "Die Horen" veröffentlicht, von den Brüdern Schlegel für ein Werk Goethes gehalten wurde. Caroline war außerdem die Schwägerin Schillers, was Feyl die Möglichkeit gibt, die Geschichte dieser früh Emanzipierten vor dem Hintergrund der "Kultur der Goethezeit" (armer Schiller!) zu erzählen. Caroline war eine Frau von "regellosem Wesen", deren "nervöse Umtriebigkeit" sie daran hinderte, sich mit einem Leben als demütig-stilles Eheweib zu begnügen. Schiller hat dann ja auch lieber die konventionellere jüngere Schwester geheiratet. Gleichzeitig habe Caroline - und hier folge ihr die Autorin - nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie Schiller viel zu verdanken hat. So "leichthändig" erzählt, macht Literaturgeschichte "endlich wieder Spaß", resümiert eine begeisterte Ute Stempel.

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