Für Remo H. Largo steckt schulisches Lernen in einer Sackgasse: Fixiert auf Inhalte, wird immer mehr Stoff in immer kürzerer Zeit in die Köpfe der Schüler "hineingestopft". Die zentrale Frage einer kindgerechten Pädagogik bleibt dabei ungestellt: Wie lernt das einzelne Kind? Aufbauend auf seinen jahrzehntelangen Forschungen, plädiert Largo für einen achtsamen und vertrauensvollen Umgang mit Kindern, denn: Lernen geht anders. Kinder entwickeln sich nicht nach Normvorstellungen, Tabellen und Klassenstufen: Jedes Kind ist einzigartig. Largo fordert eine Erziehung in Elternhaus und Schule, die die Kompetenzen und Fähigkeiten eines jeden Kindes möglichst umfassend ausbildet. Das setzt Zeit, Gelassenheit, Zuversicht und Selbstbewusstsein bei allen voraus, die ein Kind erziehen. Nur eine solche Erziehung macht Kinder wirklich fit für die Anforderungen der Zukunft, weil sie ihre natürliche Lernbereitschaft bewahrt und gelernt haben, selbstbestimmt zu handeln.
Gleich drei Bücher hat Reinhard Kahl gelesen, die ihm zeigen, wie "hochtourig, aber wirkungsschwach" die deutsche Schulmaschine läuft. Die ihm aber auch alle drei neue und verheißungsvollere Wege aufzeigten. Die Lehrerin Sabine Czerny hat dadurch traurige Berühmtheit erlangt, dass sie dafür bestraft wurde, das ihre Schüler und Schülerinnen zu gut abschnitten. Wohlgemerkt: Das Problem war nicht, dass Czerny zu freundlich Noten vergab, sondern dass sie zu erfolgreich motivierte. Das widersprach der Gauß'sche Normalverteilung und durfte nicht sein. Der Erziehungswissenschaftler Horst Rumpf prangert die Verödungen an, die das Lernen im Schulbetrieb erfahren hat. Keine aufregende Lernerfahrungen mehr nirgends. Und schließlich schildert der Kinderheilkundler Remo Largo, wie Kindern durchs Stopfen jeder Lernhunger genommen wird. Dem Rezensenten haben alle drei Bücher gezeigt, wie tief verschüttet sinnvolle Lernkonzepte in den Schulen lagern und lobt sich diese "pädagogische Müllabfuhr".
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