Fee Czisch

Kinder können mehr

Anders lernen in der Grundschule
Cover: Kinder können mehr
Antje Kunstmann Verlag, München 2005
ISBN 9783888973871
Gebunden, 234 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Kinder brauchen eine Schule, in die ich selber gern gehe, sagte sich Fee Czisch, als sie vor Jahren Grundschullehrerin wurde. Und vollzog, über zwei Jahrzehnte hinweg, ihre ganz persönliche Schulreform - mitten im real existierenden Schulsystem. Oberstes Kriterium: die Kinder. Ihre Neugier, ihre Lust auf die Welt, ihre Fragen, ihr Können. Offener Unterricht, Wochenpläne statt Lernen im Klingeltakt. Erfahrung statt Belehrung; Selbstständigkeit, Zusammenarbeit und Kommunikation statt Notendruck und früher Auslese. Im Klassenzimmer entsteht eine bunte Welt aus Pflanzen und Tieren, aus Büchern, Sofas und Regalen voller attraktiver Arbeitsmaterialien. Lernen kann eine Lust sein, wenn man keine Mühsal draus macht. Wer Kinder - ihre Bedürfnisse wie ihre Fähigkeiten - wirklich ernst nimmt, braucht nicht die große Reform von oben abzuwarten, um ihnen eine grundlegend andere Schule anzubieten. Ein Buch, das Lehrern wie Eltern Mut macht, gleich morgen damit anzufangen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005

Geradezu euphorisiert zeigt sich Susanne Mayer von Fee Czischs Buch "Kinder können mehr", das sie als "Traumbuch des Frühjahrs" preist. Der Autorin gelingt es zur Freude Mayers zu zeigen, wie man trotz aller Widrigkeiten des Schulalltags einen besseren, lebendigeren, freieren, kurz: "einfach tollen Unterricht" macht. Ausführlich schildert Mayer, wie Czisch, die nach über 30 Jahren im Schuldienst nun Lehrbeauftragte für Grundschulpädagogik ist, ihren Unterricht gestaltet, was sie anders macht. Als einen wichtigen Punkt nennt sie das "überwältigende Vertrauen in das Kind", das Fehlen von Misstrauen gegenüber dem Objekt pädagogischer Belehrung, an pädagogischer Überheblichkeit auch. Neben der Neugier, die jedes Kind mitbringe, den Suchinstinkt für das Lernen, den man nur einzusetzen wissen müsse, hebe Czisch die schützende Beziehung zur Lehrerin hervor, auf die die Kinder angewiesen seien. Als zweiten wichtigen Punkt führt Mayer ein anderes Selbstverständnis des Lehrers an, gekennzeichnet durch eine freiwillige Bescheidung, ein Sich-Zurücknehmen. Dabei betont sie, dass Unterricht in Czischs Sinn in keiner Weise auf ein "Larifari" hinausläuft, sondern besonders viel Bildung, Vorbereitung, Ideenreichtum und Begeisterungsfähigkeit erfordert. In diesem Zusammenhang spricht sie von einem "Tugendkatalog der Pädagogik", den Czischs Buch für sie auch darstellt. Schließlich nennt Mayer die Revision der Lehrziele als dritten wichtigen Punkt: ebenso wichtig wie Lesen, Schreiben, Rechnen seien emotionale Sicherheit, Eigenständigkeit, Selbstbewusstsein, soziale Verantwortung. "Kindern eine glückliche Kindheit zu bereiten", zitiert Mayer die Autorin abschließend voller Zustimmung, "sollte das ureigenste Interesse einer Gesellschaft sein, die auf sich hält."
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