Hartmut von Hentig

Die Schule neu denken

Eine Übung in pädagogischer Vernunft
Cover: Die Schule neu denken
J. Beltz Verlag, Weinheim 2003
ISBN 9783407221193
Kartoniert, 279 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Die Schule von heute ist weit davon entfernt, Lebens- und Erfahrungsraum für lernende und sich bewährende Kinder zu sein. Sie entlässt die jungen Menschen manchmal kenntnisreich, aber in jedem Fall erfahrungsarm, erwartungsvoll, aber orientierungslos, ungebunden, aber auch unselbstständig und einen erschreckend hohen Anteil unter ihnen ohne jegliche Beziehung zum Gemeinwesen. Mit der Schärfung des Bewusstseins hiervon beginnt das Buch und leitet sodann die Leser in der jetzt notwendigen Anstrengung der Phantasie an. Es führt Beispiele gelungener Wandlungen vor und zeigt schließlich Übergänge, wie man von hier nach da kommt. In einem neuen, eigens für die Taschenbuchausgabe verfassten 48-seitigen Vorwort, setzt sich Hartmut von Hentig zum ersten Mal ausführlich mit den Pisa-Studien, ihren Ergebnissen und vermeintlichen Folgen für die Schule in Deutschland auseinander.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2003

Dieses Buch gehöre, lobt Rezensentin Jeanne Rubner, "zu jenen Klassikern, die man immer wieder durchblättern sollte". Von Hentig, lobt sie weiter, sei ja bereits kein Unbekannter, nach der erneuten Lektüre dieses Buches - dessen Neuauflage der Autor aus Anlass der Pisa-Studie, wie man erfährt, noch zusätzlich mit einem fünfzigseitigen Vorwort versehen hat - wünsche man ihm aber, dass seine Stimme auch Gehör "bei den Bildungspolitikern finden" möge. Der Autor hält wenig von Tests wie der Pisa-Studie, erfährt der Leser aus Rubners Besprechung, da sie immer nur einen winzigen Ausschnitt messen würden. Bildung müsse für von Hentig dagegen, berichtet die Rezensentin, immer drei Ziele gleichermaßen im Auge behalten: sie muss der persönlichen Bildung dienen, also dem sich Bildenden dabei helfen herauszufinden, was er aus sich machen möchte; sie muss der praktischen Bildung dienen, ihm also auch ermöglichen, in der Welt und der Gesellschaft zu überleben; und sie muss der politischen Bildung, also einem "friedlichen und gesitteten" Zusammenleben dienen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.07.2003

Hartmut von Hentigs Bildungsklassiker habe auch zehn Jahre nach seinem Erscheinen weder an Aktualität noch an Weisheit verloren, lobt Reinhard Kahl die um einen Pisa-Essay aktualisierte Neuausgabe. Der Rezensent würdigt Hartmut von Hentig, der nie Pädagogik studiert und dabei seine eigene Bielefelder Schule entwickelte, als "immer wieder jungen, großen Anfänger" und eine der kräftigsten Stimmen in der Bildungsdebatte. In seinem Bildungsklassiker legt von Henning dar, dass "das Gefühl selbstverständlicher Zugehörigkeit, die Erfahrung, gebraucht zu werden und die Gewissheit, erwünscht zu sein" die Voraussetzungen für ein gutes Leben und Basis für erfolgreiches Leben sind, wie der Rezensent es fasst - und nicht eine Bildungspolitik, die nur an der Standardschraube zu drehen vermag. Womit der Rezensent völlig d'accord geht.
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