Reimar Müller

Die Entdeckung der Kultur

Welt- und Menschenbild der Antike
Cover: Die Entdeckung der Kultur
Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2003
ISBN 9783538071582
Gebunden, 460 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Die antiken Theorien zur Entstehung und Entwicklung der Kultur zeigen die menschliche Kreativität im Wechselspiel mit biologischen, ethnischen, geografischen und historischen Bedingungen. Bei diesen frühen Formen der Anthropologie und Kulturtheorie schafft das Nachdenken über Fortschritt und Niedergang der kulturellen Entwicklung auch enge Beziehungen zur Geschichtsphilosophie. Von Hesiod und Homer geht die Zeitreise über die Sophistik und Vorsokratik, Platon und Aristoteles, Poseidonios und Lukrez bis in die römische Kaiserzeit. Ausblicke bezeugen die Rezeption der antiken Gedanken in der Renaissance, der Aufklärung und der Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.08.2003

In einer Besprechung mehrerer neuer Bücher über die Antike würdigt Rezensent Manfred Fuhrmann Reimar Müllers Buch "Entdeckung der Kultur", das dem derzeitigen Hoch der Kulturanthropologie Rechnung trägt. Aus nahezu tausend Jahren sucht Müller Texte zu ordnen und zu deuten, die sich mit der Entstehung der Kultur und dem Standort des Menschen befassen. In sechs Epochen ist das Buch gegliedert, wobei die Blütezeit der Polis im 5. Jahrhundert vor Christus fast die Hälfte des Umfangs beansprucht, in Fuhrmanns Augen ganz zu Recht. Besonders verdienstvoll findet Rezensent Fuhrmann jedoch, dass sich Müller bei seiner Darstellung darum bemüht hat, das Material auch denen verständlich zu machen, die bisher nicht mit Geschichte und Kultur der Griechen vertraut waren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003

Reimar Müllers "Die Entdeckung der Kultur" hat Rezensent Alexander Kissler rundum überzeugt. Wie Kissler berichtet, versteht Müller die Antike als Beginn des Nachdenkens über den Menschen und dessen Kultur, deutet sie als "erste Moderne". Mit der "anthropologischen Wende" vor 2500 Jahren, erklärt Kissler, habe der Mensch begonnen, sich als Schöpfer seiner Umwelt zu verstehen, als Sonderwesen eigenen Rechts, gleichermaßen unterschieden von den Tieren und von Gott. Die Grundfragen des politischen, moralischen und religiösen Lebens, referiert er, seien "niemals zuvor" mit solcher "Offenheit und Tiefe" diskutiert worden. Kissler hebt hervor, dass Müller seine Darstellung für die Gegenwart fruchtbar machen möchte, wenn er etwa Cassirer, Gehlen und Levi-Strauss zu den legitimen Nachfolger der attischen Denker zählt. Zudem gebe Müller in seinem "klugen Buch" zu verstehen, woran es dem 21. Jahrhundert mangle, erklärt der Rezensent: an Urbanität, Demokratie, öffentlichen Debatten und allgemeinen Normen.
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