Raphaela Edelbauer

Das flüssige Land

Roman
Cover: Das flüssige Land
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783608964363
, 350 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Ein Ort, der nicht gefunden werden will. Eine österreichische Gräfin, die über die Erinnerungen einer ganzen Gemeinde regiert. Ein Loch im Erdreich, das die Bewohner in die Tiefe zu reißen droht. In ihrem Debütroman geht Raphaela Edelbauer der verdrängten Geschichte auf den Grund. Der Unfalltod ihrer Eltern stellt die Wiener Physikerin Ruth vor ein nahezu unlösbares Paradox. Ihre Eltern haben verfügt, im Ort ihrer Kindheit begraben zu werden, doch Groß-Einland verbirgt sich beharrlich vor den Blicken Fremder. Als Ruth endlich dort eintrifft, macht sie eine erstaunliche Entdeckung. Unter dem Ort erstreckt sich ein riesiger Hohlraum, der das Leben der Bewohner von Groß-Einland auf merkwürdige Weise zu bestimmen scheint. Überall finden sich versteckte Hinweise auf das Loch und seine wechselhafte Historie, doch keiner will darüber sprechen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.09.2019

Rezensentin Hannah Engelmeier liest dieses Debüt der Österreicherin Raphaela Edelbauer als Pendant zu Karen Köhlers Roman "Miroloi". Auch "Das flüssige Land" erzählt von der Selbstfindung einer Frau in falscher Idylle, erklärt Engelmeier, versetzt mit Motiven der Archaik und Fantastik. Die 35-jährige Hochleistungsphysikerin Ruth flieht in die Provinz, deren Fundament sich nicht nur im übertragenen Sinn als hohl erweist, sondern im wörtlichen: Unter Groß-Einland befindet sich ein riesiges Loch, in das die Bewohner des Ortes alles schütten, was sie loswerden wollen. Glücklich wird die Rezensentin mit dem Roman allerdings nicht. Engelmeier stört sich dabei weniger am schnörkeligen Stil der Autorin oder den vielen Zitaten aus Ruths Habilitation als an der erwartbaren Konstruktion: Ein Publikum, das diesen Roman liest, wird nicht überrascht sein von der Enthüllung, dass auch das liebliche Groß-Einland nicht frei von historischen und gesellschaftlichen Verwerfungen ist.
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