Klappentext

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenstöcken ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber. Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr bekommt, er ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo denunziert wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2019

Rezensent Paul Jandl warnt: Norbert Scheuers Roman ist nicht komisch. Absurd aber schon, meint Jandl, der die 1944 in der Eifel spielende Geschichte um einen hingebungsvollen Bienenzüchter, der Juden zur Flucht verhilft und genau wie die Verhältnisse langsam von Hass durchdrungen wird und außer sich gerät, mit dunklem Vergnügen liest. Was der Erzähler in sein Tagebuch schreibt, eine Chronologie des Unheils, erinnert Jandl daran, was das Völkische einst angerichtet hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.10.2019

Rezensent Markus Clauer staunt Bauklötze. Wie souverän und unaufdringlich Norbert Scheuer in seinem neuen Roman Krieg, Liebe, Tod, Holocaust, Bienen und die Eifel motivisch zusammenbringt, findet er einfach großartig. Die Geschichte des Imkers Egidius Arimond, der Vorfahrenkunde betreibt und nebenher in seinen Bienenstöcken Juden rettet, weitet sich bei Scheuer laut Clauer zu einem farbigen Geschichtspanorama. Der Underdog Arimond wächst Clauer ans Herz, genau wie die Eifellandschaft. Dass alle Daseinsdinge gleich bedeutsam sind - für Clauer eine Erkenntnis aus dieser für ihn wunderbaren Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.09.2019

Carsten Otte kann Norbert Scheuers Hauptfigur so schnell nicht vergessen. Die 1944 einsetzende abenteuerliche Chronik des Bienenzüchters Egidius Arimond aus dem Eifelort Kall, der mit seinen Bienenkästen Juden zur Flucht nach Belgien verhilft, nimmt Otte gefangen. Die Ambivalenz der Figur, die durchaus nicht selbstlos handelt, wie Otte feststellt, findet er überzeugend, die Rasanz der Handlung gegen Ende gefährdet die ausgewogene, kluge Gesamtkonstruktion nicht, versichert der Rezensent. Beeindruckend scheinen ihm die unterschiedlichen Sprachebenen, die Verschränkung von Natur- und Gesellschaftserzählung sowie die Tagebuchform, die das Problem des Erinnerns und Aufschreibens mitreflektiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.09.2019

Für den Rezensenten Hubert Winkels treibt Norbert Scheuer seine Kunst der Verquickung historisch realer und metaphorischer Welten zu neuer Meisterschaft in diesem Roman um einen Bienenzüchter, Frauenheld und Judenretter in der Eifel in den Jahren 1944/45. Wie der Autor dem Erzähler bei seiner Flucht vor der Gewaltgeschichte ins Allerkleinste folgt, findet Winkels beruhigend und bemerkenswert. Vor allem, weil Scheuer die Verknüpfung von Krieg, Bomben, Liebe, Flucht und Bienen sehr dezent und in lapidarem Ton arrangiert, wie der Rezensent entzückt feststellt, gerade so, als sollte der Leser die Verbindung selber herstellen.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.07.2019

Ziemlich beeindruckt ist Rezensent Christoph Schröder von dieser Fortschreibung der Eifel-Romane Norbert Scheuers. Er nennt ihn einen "versierten Autor", der beispielsweise das Ineinander der verschiedenen Ebenen - des sanften Bienenstaats und des brutalen NS-Staats - sprachlich und inhaltlich gut verflechten kann. Dem Rezensenten gefällt ebenfalls, dass dem unheldischen Helden eher pragmatische Motive zur Rettung von bedrohten Juden mitgegeben werden, da es um das Geld für seine Epilepsie-Medikamente geht, die am Ende des Krieges knapp werden. Selbst die Fiktion, dass hier ein Dokument vorliege, eine Selbstbeschreibung in Tagebüchern aus dieser Zeit, hat den Rezensenten überzeugen können. So bescheinigt er dem Autor und diesem Roman "Eleganz und Feingefühl".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.07.2019

Rezensent Martin Oehlen lässt Norbert Scheuer seine ausgedachten Geschichten nur allzu gern. Solang der Autor es immer wieder versteht so zu flunkern, Honig auf Hölle zu reimen und von Bienen und Frauen zu erzählen, nimmt Oehlen ihm nichts krumm. Wenn Scheuer nun die Geschichte des frühverrenteten Lateinlehrers, Bienenzüchters und Judenfluchthelfers Egidius Arimond mit der seines Vorfahren Ambrosius, eines Benediktiner-Mönchs, verschneidet, zwischen nüchternem Weltkriegsbericht und saftiger Spätmittelaltererzählung wechselt und nebenher toll über Land und Leute und das Leben der Winterbienen berichtet, ist Oehlen ganz Ohr.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.07.2019

Für Rezensent Jörg Magenau ist dieses Buch über einen Bienenzüchter aus der Eifel, der während des Zweiten Weltkriegs Tagebuch schreibt, große Literatur: Wie mühelos der Autor die Jahreszyklen der Bienen mit der fortgesetzten Zerstörungswut der Menschheit zu kontrastieren weiß, hat ihn begeistert. Darüber hinaus führe der Erzähler ein Doppelleben als Geliebter der Ehefrau des NS-Kreisleiters und Fluchthelfer für Juden, das weitere spannende Gegensätze bereithalte. Mit der Verlegung der Nazi-Thematik in die Provinz - in diesem Fall der Eifel - gelingt es dem Autor nicht, eine neue Facette dieses dunklen Kapitels der Geschichte auszuleuchten, lobt der beeindruckte Kritiker. Mehr noch fesselt ihn aber die Schönheit der Naturbeschreibung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2019

Rezensent Patrick Bahners verliert sich gern in Norbert Scheuers neuem Roman. Die Herausgeberfiktion, die Scheuer benutzt, um die Wahrhaftigkeit der Tagebuchaufzeichnungen eines Idealisten, Bienenzüchters und Fluchthelfers 1944 in der Eifel zu bezeugen, nimmt er zur Kenntnis, vergisst sie aber beim Lesen und lässt sich ganz auf den Kniff ein und alle Spekulation, die der fingierte Autor und seine Einträge über die Rettung von Juden und das Bienenjahr beim Leser auslösen. Eine runde, eine ganze Geschichte, findet Bahners.
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