Rainer Eckert

Revolution in Potsdam

Eine Stadt zwischen Lethargie, Revolte und Freiheit (1989/1990)
Cover: Revolution in Potsdam
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017
ISBN 9783374050222
Gebunden, 456 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Potsdam war in der SED-Diktatur Sitz von Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen, Standort von Militär und Staatssicherheit, aber auch von Einrichtungen der Evangelischen Kirche. Ausführlich wird die oppositionelle Bürgerbewegung in der Stadt geschildert, deren Gruppen maßgeblich die Friedliche Revolution trugen - zusammen mit einigen Kirchgemeinden, die den Basisgruppen Schutzräume boten, in denen Christen, Wissenschaftler, Umweltaktivisten und kritische Jugendliche zusammentrafen. Die Fälschung der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 war Auslöser für die Legitimationskrise der Diktatur. Die Massenproteste erreichten mit den Demonstrationen am 7. Oktober und am 4. November Höhepunkte. Das Schicksal der Herrschenden besiegelten die Maueröffnung, hier am 10. November, und die Besetzung der Einrichtungen der Staatssicherheit am 5. Dezember. Die "Dialogpolitik" der SED scheiterte und die Initiative ging immer mehr auf die Bürgerbewegungen und ihre neuen Institutionen über. Schließlich dominierte die SPD in den Wahlen des Jahres 1990 und der Weg zur Wiedervereinigung war auch in Potsdam frei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2018

Hermann Wentker vermisst einen analytischeren Zugriff und eine lebendigere Darstellung in Rainer Eckerts Chronologie der Revolution in Potsdam um 1989. Vorgeschichte, Geschichte, Nachwehen der Ereignisse sowie die Potsdamer Oppositionsgruppen hat der Autor eher im Stil einer Chronik ohne Gewichtung präsentiert, wie der Rezensent streng vermerkt, und die Quellennähe der Darstellung geht ihm auch zu weit. Die Rolle der Stadtverordnetenversammlung kommt bei Eckert mit seinem Fokus auf Stasi und Bürgerbewegung laut Wentker zudem etwas zu kurz.
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