Die plakativen, häufig vorschnell erhobenen Vorwürfe von Historikern und Journalisten gegen die Kirchen in der DDR lauteten: Politischer Opportunismus, Kumpanei mit dem Staat, Stasi-Verwicklungen. Dagegen wird hier am Beispiel der sächsischen Landeskirche versucht, mit fairen Mitteln Geschichte zu schreiben mit klaren methodischen Vorgaben und einer eigenen theologischen Grundlegung. Focus der Untersuchung ist die innerkirchliche Kommunikation: Wie demokratisch wurde die Kirche geleitet? Wer war an den brisanten politischen Entscheidungen der Landeskirche in den 70er und 80er Jahren beteiligt? Handelte das Landeskirchenamt allein oder wurde die ?Basis? einbezogen? Und welche Handlungsspielräume hatten die kirchlichen Verantwortlichen unter den Bedingungen eines undemokratischen Staates? Welches theologische Selbstverständnis leitete sie in politischen Fragen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2001
Nach Hermann Wentker wird mit diesem Buch eine Lücke geschlossen, weil trotz zahlreicher Debatten über die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR bisher kaum ein Blick auf die Bedeutung der Kirchenverfassung bzw. der "innerkirchlichen Kommunikationsstrukturen für das Staat-Kirche-Verhältnis" geworfen wurde. Insgesamt zeigt die Studie nach Wentker deutlich 'die Ambivalenz kirchenleitenden Handelns" auf, etwa bei der stetigen Suche nach Kompromissen mit dem Staat - nicht zuletzt, um Mitglieder zu schützen. So wurden, wie Wentker referiert, auch nichtkirchliche Organisationen "verkirchlicht", um ihnen Versammlungen zu ermöglichen. Engelbrecht komme zu dem Schluss, dass die Kirche in der DDR weniger heldenhaften Widerstand leistete als vielmehr um eine "Diplomatie der kleinen Schritte" bemüht war. Dem kann der Rezensent durchaus zustimmen. Doch hätte er sich auch einen Blick auf die "Stasi-Problematik" gewünscht, weil gerade die Kirche auch "ein Einfallstor" für das MfS gewesen sei. Dieses Thema habe Engelbrecht jedoch ausgeklammert.
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