Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber sie wurde, worauf tatsächlich alle Theologie zielt: praktisch. Das ist, so Rainer Bucher, nicht der einzige, aber es ist der unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen. Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Aber, so die zentrale These: Vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündigte Hitler sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle.Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen Begründungsstrukturen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2008
Eine ebenso bedeutende wie anregende Studie erblickt Frank-Rutger Hausmann in Reiner Buchers Arbeit über Hitlers Theologie. Zwar scheint es ihm fraglich, ob man dessen unausgegorenen Gedankenmix in Sachen Gott wirklich eine "Theologie" nennen kann. Aufschlussreich findet er die Analyse der Hitler'schen Rede über Gott aber allemal. Der Autor führt für ihn klar vor Augen, dass Hitler an einen Schöpfergott glaubte, der das deutsche Volk zur Weltherrschaft und ihn zum Führer bestimmt habe. Er hebt die Einschätzung hervor, Hitler habe die christlichen Kirchen nicht eigentlich bekämpft, "solange sie sich nicht gegen den Nationalsozialismus stellten". Im Christentum wie im heidnischen Germanenkult habe Hitler Mythen für das einfache Volk gesehen. Hausmann sieht bei den Gottesbeschwörungen des Führers aber auch "ein hohes Maß an taktischem Kalkül" am Werk.
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