Aus dem Französischen von Tobias Scheffel. Das Finale der Romantrilogie von Goncourt- Preisträger Pierre Lemaitre: Schon im September 1939 haben Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärt, doch seitdem: nichts. Während sich an der Maginotlinie die feindlichen Truppen gegenseitig belauern, geht für die Bewohner von Paris der Alltag weiter. Man sitzt im Café, plaudert und spekuliert über die Zukunft. So auch bei Monsieur Jules, dem Restaurant in Montmartre, in dem die Lehrerin Louise an den Wochenenden kellnert. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Louise wird mit einer unliebsamen Enthüllung konfrontiert, die ihr Leben auf den Kopf stellt, während der junge Soldat Gabriel mit den Konsequenzen einer überraschenden Beförderung zu kämpfen hat. Überrumpelt wird auch der Rest Frankreichs - und zwar von der deutschen Wehrmacht, die die Maginotlinie durchbrochen hat und Kurs auf Paris nimmt. Dann bricht Chaos aus, und nichts ist mehr so, wie es einmal war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2021
Rezensent Niklas Bender berichtet von "ungebrochenem" Lesevergnügen mit dem Abschlussband von Pierre Lemaitres "Zwischenkriegstrilogie", auch wenn dieser Roman ihm komplexer erscheint als seine Vorgänger. Laut Bender hat der Autor Dumas im Blut, schreibt so flott wie sich das Buch auch wegliest (idealerweise mit einem Glas Rotwein, rät der Rezensent) und darf bestimmt auf eine Verfilmung hoffen. Starke Gefühle und ein bunter Haufen Figuren beleben die im April 1940 spielende Geschichte um die Identitätssuche der jungen Louise Belmont, weiß Bender, der sich rundum gut unterhalten fühlt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.10.2020
Dirk Fuhrig liest Pierre Lemaitres Roman über die Flucht der Franzosen beim Einmarsch der Deutschen 1940 und das Versagen der Politik mit Blick auf die französische Gegenwart. Dass der Autor in den im Buch beschriebenen Verhältnissen und Geschehnissen Ursachen für das Erstarken der Rechten, die sozialen Unruhen und das fortdauernde politische Desaster von heute sieht, hat sich Fuhrig vom Autor persönlich bestätigen lassen. Packend findet er den Roman, der Selbsttäuschung und Propaganda am Beispiel des "hochstaplerischen Tausendsassas" Desire Migault behandelt.
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