Aus dem Französischen von Birgit Martens-Schöne. Konnte Pius XII. Hitler stoppen? Durfte Pius XII. schweigen? Rolf Hochhuth provozierte 1963 mit seinem Bühnenerstling "Der Stellvertreter" eine erregte Debatte über Papst Pius XII. (1939-1958), der bis zu diesem Zeitpunkt weltweit und insbesondere in Deutschland unbestritten hohes Ansehen genoss. Das dramatische Trauerspiel hob aber nicht gesicherte Ergebnisse zeitgeschichtlicher Forschung auf die Bühne des Theaters, sondern leitete aus der Persönlichkeit Eugenio Pacellis polemische, moralisch begründete Anklagepunkte ab. Seit diesen Angriffen gehört das Stereotyp vom "Papst, der geschwiegen hat", zum festen Bestandteil kritischer Stellungnahmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2001
Konrad Repgen berichtet in seiner Besprechung des Buches über das Wirken von Papst Pius XII. im Zweiten Weltkrieg zunächst über die Edition der 11 Aktenbände, die auf Veranlassung von Papst Paul VI. zwischen 1965 und 1981 über die päpstlichen Äußerungen und Aktivitäten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Da diese kaum zur Kenntnis genommen wurden, wie Repgen erzählt, hat es einer der Mitarbeiter dieser Akten, der Historiker und Jesuit Pierre Blet unternommen, wichtige Teile der Akten für ein breites Leserpublikum aufzubereiten. Repgen hebt lobend hervor, dass das Buch mehr bietet, als eine einfache "Addition der Einleitungen" zu den Akten von damals. So sei die vorliegende Studie kein Ersatz der 11 Bände, sondern biete eine Ergänzung. Diese, findet der Rezensent, ist "leserfreundlich" gelungen, ohne "Pathos, ohne Apologetik", wenn auch in einer überwiegend "sehr abstrakten Sprache".
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