Erstmals nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik meldet sich Peter Struck ausführlich zu Wort. Dabei lässt der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende und Verteidigungsminister nicht nur die zurückliegenden Jahre Revue passieren, sondern kommentiert auch die innen-, außen- und parteipolitischen Entwicklungen der Gegenwart. Nach wie vor bereit, seine Standpunkte streitbar zu vertreten, bewertet er in seinem Buch das erste Jahrzehnt der Berliner Republik - darunter die Nachwirkungen der Ära Rot-Grün, das folgenschwere Zerwürfnis zwischen Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine, die neudefinierte Sicherheitspolitik nach dem 11. September, die Agenda 2010 und auch die Große Koalition, deren Probleme sich durch die Finanzkrise noch verstärkten. Kritisch analysiert er den Start von Schwarz-Gelb, aber auch den heutigen Zustand der SPD. Und er erzählt davon, wie er sich nach zwei Schlaganfällen wieder ins Leben zurückkämpfte und wie Politik wirklich funktioniert: von Freundschaften und Rivalitäten, Kompromissen und Prinzipien, von Mehrheitsfindungen im Fraktionssaal - oder auch im Hinterzimmer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2011
Rezensent Karlheinz Niclauss zeigt sich recht zufrieden mit den Erinnerungen von Peter Struck. Die Einschätzungen des ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden und Verteidigungsministers über Schröder, Merkel und Beck oder den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wertet er als solide Kost, auch wenn man dem einen oder anderen Urteil über Ereignisse und Personen widersprechen mag. Die Empfehlungen des Autors an seine Partei scheinen Niclauss den Rahmen des Konventionellen nicht immer zu verlassen. Beeindruckt ist er dagegen von Strucks Schilderung eines Vier-Augen-Gesprächs mit einem verwundeten Soldaten. Zudem findet er in vorliegenden Erinnerungen durchaus erhellende und auch neue Einsichten in den Berliner Politikbetrieb.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2010
Zufrieden zeigt sich Rezensent Karlheinz Niclauß, in Bonn lehrender Politologe, mit Peter Strucks Erinnerungen. Den ehemaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden und Verteidigungsminister kennt er als einen Politiker, der die "direkte Ansprache" schätzt, eine Eigenschaft, die Struck auch als Autor an den Tag lege, wenn er etwa Kritik, aber auch Selbstkritik übe. Das Buch bietet nach Ansicht von Niclauß eine Reihe von bislang kaum bekannten interessanten Details. Struck verstehe sich vor allem als "Chronist der politischen Ereignisse", wie er sie wahrgenommen habe. Einige seiner Urteile scheinen den Rezensenten durchaus zu Widerspruch herauszufordern. Insgesamt attestiert er ihm, "neue Einblicke in den Berliner Politikbetrieb" zu geben und die "Vorgeschichte" bestimmter politischer Probleme "klar und verlässlich" zu schildern.
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