Er war Ministerpräsident, Finanzminister und Vorsitzender zweier Parteien: Oskar Lafontaine gehört zu den Politikern, die in den letzten dreißig Jahren am stärksten überraschten, polarisierten und faszinierten. Am 16. September 2013 feiert der Saarländer seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass blickt der Politologe Robert Lorenz auf ein turbulentes Leben in der Politik zurück: In den 1980er Jahren avancierte Lafontaine zum Sonnenkönig von der Saar, scheiterte 1990 als Kanzlerkandidat der SPD, führte 1998 den Machtwechsel und das Ende der Ära Kohl herbei, unterlag jedoch im Clinch mit Gerhard Schröder und verließ 2005 nach fast vierzig Jahren die SPD, um anschließend Fraktions- und Parteichef der LINKEN zu werden. Dieses Buch ist keine klassische Biografie, sondern beleuchtet unterschiedliche Facetten dieser Persönlichkeit in einem Porträt, das zeigt, weshalb der Saarländer immer wieder als ein Undurchschaubarer überraschte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2014
Eine fundierte Biografie erwartet Gregor Schöllgen gar nicht erst. Daher kann er das offenbar ausschließlich auf bekanntem Material fußende Buch von Robert Lorenz auch preisen. Denn sprunghaft wie Oskar Lafontaine ist der Autor auch. Das Buch ist für Schöllgen eher ein Essay, gut lesbar und gedankenreich. Und was geschieht dann? Der Autor kriegt sein Objekt doch nicht in den Griff. So gern Lorenz Lafontaine auch als begabten charismatischen Politiker darstellen möchte, so sehr entfleucht ihm Oskar. Zurück bleibt laut Schöllgen das Bild eines Autodestruktiven vor dem Herrn - der wahre Oskar.
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