Volks- und Mitgliederparteien müssen unterschiedliche soziale Milieus repräsentieren, um für die eigene Politik mobilisieren und Wahlerfolge erzielen zu können. Jedoch setzt die Mobilisierung mittlerweile modernisierter sozialer Milieus demokratische Kommunikation und Beteiligung auf Augenhöhe voraus. Das Beharren auf autoritären Praktiken der Demokratie hingegen führt zur Auflösung des Modells der Volkspartei. Die Autoren des vorliegenden Buches verdeutlichen diese These am Beispiel der Krise der sozialdemokratischen Partei Deutschlands.
Der hier rezensierende Thomas Steg war bis Juli dieses Jahres stellvertretender Regierungssprecher, für dieses Buch kann er nur eine bedingte Empfehlung aussprechen. Prononciert, aber auch ein wenig vorhersehbar und arg kompilatorisch erscheinen ihm die von Heiko Geiling versammelten Beiträge, deren Autoren er vor allem im linken SPD-Spektrum verortet. Aufschlussreich erscheinen ihm allerdings durchaus einige "sozialempirische Erkenntnisse", die sich etwa aus den Austrittsbriefen ergeben, die Stephan Meise für die Hannoveraner SPD ausgewertet hat. Hier kann eine genaue Lektüre durchaus entscheidend sein für die künftige Kursbestimmung der Partei. Alles in allem kommt Steg zu dem für die Partei bitteren Fazit, dass sie erst recht "unattraktiv für weite Teile der Bevölkerung werden könnte", wenn sie es schafft, den Mitgliederschwund aufzuhalten. Denn dies müsste wohl durch eine Abkehr von der Agenda 2010-Politik geschehen, die zur Entfremdung der Partei von ihren traditionellen Milieus beigetragen hat.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…