Peter Niederhäuser (Hg.)

Verfolgt, verdrängt, vergessen?

Schatten der Reformation
Cover: Verfolgt, verdrängt, vergessen?
Chronos Verlag, Zürich 2018
ISBN 9783034014458
Gebunden, 240 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Mit 52 Farb- und 5 Schwarzweiß-Abbildungen. Was verdanken wir nicht alles der Reformation, schenken wir den zahlreichen Jubiläumsreden Glauben: Toleranz, Menschenrechte, Demokratie und wirtschaftliche Blüte. Viele Attribute der modernen Gesellschaft werden auf die Reformation zurückgeführt. Nur: wie präzise stimmen solche Zuschreibungen? Führte die Reformation tatsächlich direkt in die Neuzeit? Wie freiheitlich war die Zürcher Kirche zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert? Wo Licht ist, findet sich auch Schatten. Für solche Zwischentöne interessiert sich der Sammelband, der sich den weniger bekannten Figuren und Themen der "großen" Geschichte widmet und das farbige Bild eines keineswegs eindeutigen Umbruchs zeichnet. Das Buch stellt Gelehrte vor, die in Zürich wenig erwünscht waren, und erforscht das Schicksal von Klosterfrauen, Andersgläubigen oder radikalen Reformatoren. Gleichzeitig fragt es nach den langfristigen Auswirkungen der Reformation. Was genau feiern wir 500 Jahre nach der Reformation? Mit Beiträgen von Michael Baumann, Sebastian Brändli, Kestutis Daugirdas, Lorenz Engi, Ueli Greminger, Irene Gysel, Maja Ingold, Peter Jezler, Sybille Knecht, Urs B. Leu, Thomas Maissen, Peter Niederhäuser, Markus Notter, Otto Sigg, Eveline Szarka, Johannes Thomann

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2018

Rezensent Thomas Ribi lernt die Schattenseiten der Reformation kennen mit diesem Ausstellungskatalog, den der Schweizer Historiker Peter Niederhäuser zur ebenfalls von ihm kuratierten Ausstellung herausgegeben hat. So fortschrittlich Zwinglis Reformationsverkündigungen zum Beispiel in Bezug auf das Zölibat schienen, so hart gingen Reformatoren mitunter mit Täufern und Frauen um, die für Hexen gehalten wurden, liest der Kritiker.  Neben den Biografien von bekannten und unbekannten Akteuren der Reformation lobt Ribi die instruktiven Beiträge, etwa von Markus Notter, Sibylle Knecht oder Thomas Maissen.