Herausgegeben von Kim Siebenhüner und Roberto Zaugg. Kaspar von Greyerz hat mit seinen Arbeiten zur Selbstzeugnisforschung und zur Religions- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit die historiografischen Debatten maßgeblich mitgeprägt. Dieser Band versammelt seine wichtigsten Texte aus fünf Jahrzehnten, die zentrale Fragen der Frühneuzeitforschung berühren: Wie sehr war die Reformation von Brüchen und Kontinuitäten geprägt? Was bewegte gemeine Leute zur Reformation überzutreten? Wie lässt sich eine politisch-konfessionelle Geschichte des Oberrheins schreiben? Wie erlebte ein englischer Puritaner seinen alltäglichen Gott? Wo verlaufen die frühneuzeitlichen Grenzen zwischen Religion, Magie und Konfession? Diese und andere Fragen erörtert von Greyerz in den hier ausgewählten Aufsätzen mal in Form prägnanter Überblicke, mal am Beispiel von Fallstudien, immer auf dichter Quellengrundlage und oft mit Thesen, die die weitere Forschungsdebatte nachhaltig beeinflusst haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2013
Das ist doch erstaunlich, findet Urs Hafner. Der Historiker Kaspar von Greyerz, hier in Aufsätzen aus 40 Jahren zu erleben, zeigt ihm im Zuge seiner Revision der allzu einfachen Vorstellung von der Rationalisierung der Welt kundig wie unprätenziös, dass Orthodoxie und Magie nicht immer so streng getrennt waren. Ebenso erläutert ihm der wissbegierige Autor, wie eng Naturwissenschaften und Religion einst beieinander lagen. Und dies, ohne Athanasius Kircher allzu sehr zu strapazieren. Der Dreh dahinter leuchtet Hafner ein: Der Autor trennt nicht zwischen Wissenschaftsgeschichte, Kulturgeschichte des Wissens und der Welt des Sozialen.
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