Peter Müller

Symbolsuche

Die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation
Cover: Symbolsuche
Gebr. Mann Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783786124979
Gebunden, 344 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Die Ost-Berliner Zentrumsplanung ist wie kein zweites Ideenprojekt der DDR-Baugeschichte geeignet, die enge Verzahnung von Politik, Ideologie, Ökonomie und Architektur zu analysieren. Die Pläne zur "sozialistischen Umgestaltung" des Bereichs zwischen Alexanderplatz und Kupfergraben, vor allem aber die Geschichte jenes Hochhausmonuments, mit dem die SED am "Marx-Engels-Platz" ihre Macht und ihr Ansehen zu bündeln trachtete, beleuchten beispielhaft die Möglichkeiten und Abgründe einer politischen Ikonographie des Sozialismus. Dabei wurde ausgerechnet das historische Zentrum Berlins, das über vierzig Jahre hinweg das politische Zentrum der DDR war, zum Schauplatz einer so brisanten wie vergessenen Stildebatte, in der sowohl die "konservative Moderne" als auch die Radikalität einer Planstadt wie Brasilia einer sozialistischen Symbolarchitektur Pate standen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2006

Als unentbehrliche Grundlage in der aktuellen Diskussion über die Zukunft des Berliner Schloßplatzes empfiehlt Jens Bisky das Buch des Kunsthistorikers Peter Müller, das die Geschichte der symbolträchtigen Ost-Berliner Mitte rekapituliere. "Optische Dominanz und politischer Massenkult" seien die Triebfedern sozialistisch-ideologischer Hauptstadtarchitektur gewesen. Nach der Teilung Deutschlands habe man den Verlust und damit den Abriss des alten gewachsenen Stadtzentrums in Kauf genommen, um nach dem Willen der Ulbricht-Regierung "ausreichend großen Platz für Standdemsonstrationen und fließende Demonstrationen zu haben", wie der Rezensent den Autor zitiert. Der Anfang der fünfziger Jahre entstandene Marx-Engels-Platz habe sich jedoch vor allem durch Ödnis und Leere ausgezeichnet, so dass in der Folge das in der Sichtachse gelegene Zentralgebäude als "Palast der Republik" sowie der Fernsehturm entstanden seien. Müllers Buch zeichne sich durch seinen angenehmen und ernsthaft-ironischem Tonfall aus, sei dabei glänzend informiert und informierend und eigne sich hervorragend dazu, die "Skepsis gegenüber dem Symbolisierungswillen zu trainieren", wie Jens Bisky findet.
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