Peter Bläsing

Architektur der Zwanziger Jahre in Deutschland

Ein Vermächtnis in Gefahr
Cover: Architektur der Zwanziger Jahre in Deutschland
Langewiesche Verlag, Königstein 2010
ISBN 9783784580449
Kartoniert, 300 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Mit 322 Schwarzweiß- und 338 Farbabbildungen. Einführung von Christian Welzbacher. Walter Müller-Wulckows drei Blaue Bücher von 1929 gehören zu den Klassikern der Architekturgeschichtsschreibung und der Moderne in Deutschland. In den Bänden "Bauten der Arbeit und des Verkehrs", "Wohnbauten und Siedlungen" sowie "Bauten der Gemeinschaft" zeigte Müller-Wulckow 323 Fotos von 248 verschiedenen zeitgenössischen Projekten, um einen repräsentativen Überblick des Baugeschehens seiner Zeit zu geben. Dabei ging er weit über die Architektur des "Neuen Bauens" (Bauhaus u.a.) hinaus. Peter Bläsing hat 1994 - 2009 allen diesen Bauwerken mit großer Sorgfalt nachgespürt und sie - oder ihren ehemaligen Standort - fotografiert, möglichst aus dem Blickwinkel von 1929. Eines der Ergebnisse: knapp ein Drittel der Gebäude wurden inzwischen zerstört oder bis zur Unkenntlichkeit verändert. Erstaunlich viele aber wurden mehr oder weniger gepflegt und sind in ihrer Substanz erhalten. Während Müller-Wulckow die Bilder seiner "Blauen Bücher" nach Bau-Aufgaben und optischen, geradezu ikonografischen Gesichtspunkten geordnet hatte, sind die Bilder des vorliegenden Bandes nach dem Ortsalphabet strukturiert. In Bildbeischriften findet der Leser die von Peter Bläsing recherchierten genauen Adressen sowie vielfach Notizen zur Bauhistorie und zum aktuellen Zustand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.04.2010

Unfroh hat Christian Thomas in Peter Bläsings Dokumentation geblättert, für die der Bauingenieur die im dreibändigen Führer durch die Architektur der 20er Jahre festgehaltenen Baudenkmäler, im berühmten "Müller-Wulckow", aus gleicher Perspektive noch einmal fotografisch festgehalten hat. Was dem Rezensenten so die Stimmung verhagelt ist nicht etwa Bläsings Buch, es ist die ganz offensichtliche "Gleichgültigkeit", mit der den Baudenkmälern im Lauf ihrer Geschichte begegnet worden ist, und die vielen Zeugnisse von Verwahrlosung und Verschandelung. Als bedenkenswert weist Thomas noch auf die Bemerkung des Herausgebers Christian Welzbacher hin, dass sowohl Bläsings Bild der Architektur der Moderne als auch das von Müller-Wulckows Architekturführer ein Konstrukt ist, das in den Abbildungen nur scheinbar "neutral" dargeboten wird.